Selbstgespräche
Unter den Kurznotizen und Links finde ich meine Selbstgespräche kaum wieder, deshalb hab ich sie hier gesammelt. Die Ordnung ist chronologisch. Die Idee ist zum Scheitern verurteilt, aber fürs erste geht’s. Letztlich werde ich mir wohl mal Gedanken über den Umgang mit Tags und Kategorien machen müssen. Oder einfach weniger Einträge tippen. Schaumermal.
Ich werde wählen
Wie und warum steht hier. Bundestagswahl 2009.
Ich lebe :-)
Kurze Zwischenmeldung nach langer Funkstille: Ein Panorama.
Seltsame Verwechslungen
Wie kommt es eigentlich, daß bei einer Erwähnung von Wilhelm Meister viele Leute immer meinen, man rede über die Wahlverwandtschaften? Diese Texte sind so unterschiedlich, daß man, wären nicht immer wieder verräterische Phrasen drin, glatt glauben könnte, sie seien von verschiedenen Autoren.
Brauchen die Städte Karstadt?
Nein.
Ein Experiment
Wo sind die Wähler der SPD hin? Ich möchte ein Experiment, wenigstens ein Gedankenexperiment, vorschlagen.
Quo Vadis EU?
Vor knapp zehn Monaten habe ich schon einmal einen etwas längeren Text zum Zustand und zur Entwicklung der Europäischen Union geschrieben. Ich frage mich, wieviel davon veraltet ist, oder ob nicht gar der ganze Artikel noch stimmt. Heute probiere ich es noch einmal mit einem anderen Gedankengang. Der Anlaß sind natürlich die Wahl des EU-Parlaments sowie diese Diskussion bei den liberalen Wadenbeißern da drüben. Da drüben bin ich ins Tippen gekommen und heraus kam mal wieder etwas zur Verfassung der EU, wie sie sein sollte. Wie sie werden sollte.
Nichtwähler und politischer Frust
Jeder hat das Recht, auf die Wahlen zu pfeifen. Es gibt keine Pflicht, sich für Politik zu interessieren. Es gibt aber klügere und dümmere Methoden, sich politisch zu engagieren.
Opel
Opel sei gerettet, tönt es jetzt überall. Ist das so?
It’s snakeoil, stupid!
Ich bin ja nun kein Wirtschaftsgenie. Deshalb verursacht mir das ganze manchmal etwas Kopfkratzen. Insbesondere juckt mir der Kopf bei den ganzen Maßnahmen zur Überwindung der Wirtschaftskrise, die derzeit in Deutschland beschlossen und diskutiert werden.
Bildungsmisere
Gerade auf 3Sat: Eine liebe, nette Lehrerin, sicher früher immer eine artige Schülerin gewesen und ihrem Benehmen nach aus dem Bildungskleinbürgertum, wird von den pubertierenden Schülern ihrer Klasse erfolgreich ignoriert. Kommt auch gar nicht auf die Idee, sich durchzusetzen. Ein paar Gedanken über Respekt, die Eignung von Lehrern und kulturelle Mißverständnisse zwischen Friedfertigen und Halbstarken.
Zeit für die Zerschlagung der EU
ist es nach Meinung von Ulrich Weisser, Vizeadmiral a.D., von 1992 bis 1998 Leiter des Planungsstabs im Verteidigungsministerium. Er nennt es nicht so, stellt aber Forderungen auf, die genau darauf hinauslaufen und klingen, als stammten sie direkt aus der russischen Generalität.
Wir müssen da mal über etwas reden.
Tee und Kekse gefällig? Kaffee und Kuchen? Vielleicht etwas Biodinkelgebäck mit fair gehandelter Wurzelextraktlimonade?
Wir müssen nämlich mal über etwas reden, daß mir zunehmend Sorgen bereitet, seit ich in der DDR eingeschlafen und plötzlich in Deutschland aufgewacht bin. Vielleicht ist der Grund eine ansteckende Geisteskrankheit namens Heiapopeia, wie das vor Jahren mal ein Betrunkener im Bus gemeint hat. Wahrscheinlicher ist eine Mischung aus Selbstbetrug bei vielen und Nachplapperei bei noch viel mehr Menschen. Die Folgen sind jedenfalls gravierend: Abschaffung der Bürgerrechte. Entmündigung der Erwachsenen. Eine zunehmende Anzahl von Toten.
Ein paar Gedanken zum Kriegsvölkerrecht
Das Kriegsvölkerrecht ist Vertragsrecht. Es verpflichtet die Unterzeichner neben den Bestimmungen zum Umgang mit Kriegsgefangenen, nur militärische Ziele anzugreifen und das eigene Militär von Zivilisten fernzuhalten und deutlich als Militär erkennbar zu machen. Wer die Regeln dieses Vertrages bricht, verliert den durch diesen Vertrag eingeräumten Schutz. Insbesondere sind alle militärisch genutzen Objekte, egal ob Häuser oder Krankenwagen legitime militärische Ziele.
Brechreiz
Krieg ist das letzte.
Und der Dauerkrieg in Nahost ist einer ekelhaftesten Kriege auf der Welt. Nicht, weil er so wahnsinnig viel Leid verursacht – ein durchschnittlicher Krieg wütet sehr viel schlimmer – sondern weil es bei diesem Krieg so viele Leute gibt, die meinen, man müßte das ganze auch noch vom bequemen Sofa aus verherrlichen und die Opfer für mieseste Kampaignen und Revoluzzergehabe mißbrauchen.
Piraterie vor Somalia
Langsam kommt Fahrt in die Sache. Man sollte aber nicht allzu naiv sein. Die Piraterie dort auszurotten ist eine Herkulesaufgabe für viele Staaten. Wenn es denn überhaupt noch möglich ist.
Nach meinem oberflächlichen Eindruck sind vier Aufgaben zu erfüllen, nach Zeitbedarf und Schwierigkeitsgrad geordnet.
Jetzt heißt es abwarten.
Obama hat also, wie in letzter Zeit zu erwarten, gewonnen. Jetzt muß er sein Kabinett zusammenstellen, sich zu allen politischen Fragen aufklären lassen und überlegen, welche Strategien er in welchem Teil der Welt zu fahren gedenkt, ohne bei der Amtsübernahme ins Stolpern zu kommen. Es wird eine Weile dauern, bis er in Fahrt kommt. Es wird wohl auch eine Weile dauern, bis man in Deutschland merkt, daß auch Obama in erster Linie Präsident der USA und nicht etwa Dinkelkeksbäcker in der Männerselbsterfahrungsgruppe Sanftmut e.V. ist.
Gute und schlechte Nachricht für Hessen
Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für Hessen.
Kultur und so
Bei Possums Welt habe ich einen Eintrag gelesen, der ziemlich typisch für unseren Umgang mit der sogenannten Hochkultur ist. Die meisten von uns lernen in der Schule recht gründlich, daß die als besonders wertvoll gehandelten Kunstwerke todsterbenslangweilig, deprimierend, unverständlich und gerne auch alles zusammen sind. In Fernsehen, Presse und Radio werden wir meist in dieser Meinung bestätigt.
And now for something completely different…
Ich hab hier bisher nix zum neuesten Höhepunkt der Finanzkrise geschrieben. Es gibt ja genug Experten in der Presse und in der Blogosphäre. Und alle wissen ganz genau, woran es liegt, wo es klemmt und vor allem: wer schuld ist.
Sarkozys großer Ritt und die Folgen
Es gibt in der westeuropäischen Politik und in den journalistischen Kommentaren immer wieder eine Haltung, die ich nicht verstehe. Daß es nämlich nur wichtig ist, zu reden – egal über was. Und daß es vor allem darauf ankommt, sich zu einigen – egal auf was. Und daß man sich grundsätzlich bis zur Selbstaufgabe darum bemühen muss, Unterschriften unter einen Vertrag zu bekommen – egal, von wem dieser Vertrag dann eigentlich was genau verlangt.
Russische Spiele
Nachdem man Georgien vor den Georgiern gerettet hat, nachdem man Georgien gegen die Benutzung der georgischen Verkehrswege durch Georgier gesichert hat, und nachdem man Georgien davor gerettet hat, mit dem einzigen relevanten georgischen Wasserkraftwerk Strom und Wasser für die georgische Bevölkerung zu gewinnen, zieht man sich jetzt dermaßen zurück, daß sich die Balken biegen.
Tiflis ist sicher
Die Russen brauchen Tiflis gar nicht einzunehmen. Das wäre nur verlustreich. Sie haben es durch die Bedingungen des “Waffenstillstands” und das Ausmaß der “Demilitarisierten Zone” militärisch, polizeilich und verwaltungstechnisch vom Rest des Landes isoliert.
Die Befriedung läuft jetzt
Nachdem die russischen Truppen die georgischen aus dem Feld geworfen haben, haben die Freischärler jetzt freie Hand. Abchasien und Ossetien werden durch die Milizen von georgischen Zivilisten gesäubert.
Zitat: Russia to Take Peacekeeping Mission in South Ossetia to Logical Conclusion.
Eigentlich war das ein frustrierter Kommentar zur sogenannten „Friedensbewegung“ in Deutschland, die sich in ihrer bigotten Heuchelei noch nie so entlarvt hat wie beim Georgienkrieg. Dann habe ich für einen Nachtrag zusammengefasst, was man der Presse, den Webgerüchten, etc. entnehmen konnte, wenn man es anhand der Geographie, einfacher zeitlicher Abläufe und einer kritischen Bewertung der beidseitigen Kriegspropaganda auf Plausibilität filtert. Das Ergebnis war eine Überraschung für mich. Inzwischen zeigt sich immer deutlicher, daß ich im großen und ganzen recht hatte. Meine Rekonstruktion des Kriegsbeginns wird von immer mehr Quellen bestätigt.
EU
Es gibt verschiedene Blickwinkel auf Europa, die verschiedenen Auffassungen über Machtverhältnisse, Legitimation und Zukunft der EU entsprechen. Ein Gebrabbel über europäische Facetten, Aussichten und Strategie.
Rücktritt überfällig
Wenn man die Meldungen aus Afghanistan liest, bekommt man allmählich den Eindruck, daß Taliban und Al Quaida neben ein paar reichen Saudis und pakistanischen Geheimdienstlern auch nicht zu unterschätzende deutsche Verbündete haben: Die deutsche Wehrverwaltung nämlich. Was ist das eigentlich juristisch, was die da treiben? Ist das noch unterlassene Hilfeleistung oder schon Beihilfe zum Mord?
Ein Wutausbruch.
Todesstrafe
Beer7 hat etwas veröffentlicht, daß in weiten Teilen Europas skandalös wirken muss, nämlich eine Argumentation für die Hinrichtung arabischer Terroristen. Anlaß für ein Selbstgespräch.
Bei Diskussionen um die Todesstrafe werden meist drei Dinge vermischt, die man möglichst getrennt betrachten und bewerten sollte. Natürlich beeinflussen sich diese drei Aspekte gegenseitig sehr stark. Ich glaube aber, daß man viel gewinnt, wenn man sie als unterschiedliche Blickwinkel auf das Problem behandelt und jeden dieser Blickwinkel gleichberechtigt mit den anderen Blickwinkeln nutzt, um ein besseres und umfassenderes Bild zu bekommen.
Das eine ist nun also die Todesstrafe als Instrument der Bestrafung gegen Feinde der Gruppe. Sie soll schwächend und angsterzeugend nach außen wirken. Das zweite ist der Drang zur Maximalstrafe als Mittel der Rache und der sozialen Selbstvergewisserung. Hier soll die Strafe stärkend und heilend nach innen wirken. Das dritte ist die Bekämpfung von Feinden zur Beseitigung von Gefahrenquellen oder Widerständen.
Upsalla!
Da steht so eine Zahl: 5.039 Views.
Das ist ungefähr das, was man am Tag kriegen müsste, um von Meinungsbildung sprechen zu können.
Ab 20.000 Views pro Tag kann davon träumen, Korrektiv oder Konkurrenz zur etablierten Presse zu sein. Davon halluzinieren ja ziemlich viele Blogger. Ab 50.000 Views täglich könnte man ernsthaft überlegen, kommerziell zu bloggen. Die Blogger, die davon halluzinieren, werden an der Blogbar regelmäßig einer Sparringtherapie unterzogen. Wer 200.000 am Tag schafft, kann von neuer Medienmacht und Blogrevolution sprechen, ohne belächelt zu werden.
Jetzt sind es 5.040 Views.
Angefangen hat dieses Experiment am 6. März 2008, natürlich mit einem Hallo Welt! Die Entscheidung kam IIRC am 3. März. Oder am Wochenende direkt davor.
Schlechte Zeiten
In unserer hektischen Zeit wird jedes zweite Phrasendreschen in den Medien damit eingeleitet, daß gerade heute in unserer hektischen Zeit und so weiter. Gerade ging es um die Wichtigkeit von ausreichendem Schlaf, speziell um das Nickerchen. In unserer heutigen hektischen Zeit bekommt man das nämlich nicht mehr ausreichend.
Totgesagte leben länger
Die SPD stirbt, liest man in der Presse. Broder hat schon Abschied genommen. Der Göttinger Spin-Doctor Franz Walter, der schon zu bizarren rhetorischen Verrenkungen gezwungen war, als er mit einem Lob auf Lug und Trug versuchte, Ypsilantis und Becks Hessendebakel schönzureden, hält auch schon Trauerreden, und blendet dabei aus, daß es die von ihm so hochgejubelte Mischung aus Wortbruch, Ehrlosigkeit, Wählermißachtung und naiv-dümlichen Betrugsversuchen ist, die die SPD so tief in den Keller geschickt hat.
Pyrrhus und seine Milch
Ich hatte in den letzten Tagen keine Lust, etwas zum “Milchstreik” zu schreiben, aber da er wohl bald eine Neuauflage bekommt, folgt hier wieder ein Selbstgespräch: War das denn ein Streik, wo liegt das eigentliche Problem, warum haben die Bauern eigentlich überhaupt nichts erreicht, und wieso ist es im günstigsten Falle ein Pyrrhussieg?
Imperien: ein paar Notizen zum Buch von Herfried Münkler
Manchmal fällt einem ein Buch in die Hände, das einen Blick aus einer neuen Perspektive ermöglicht. Herfried Münklers IMPERIEN ist so ein Buch. Er versucht in diesem Text, eine Imperientheorie aufzustellen, die rein deskriptiv strukturelle Zwänge und Logik imperialen Agierens erläutert und dadurch einen klaren abstrakten Blick ermöglicht, der nicht durch Verschwörungstheorien oder quasireligiöse Überzeugungen verblendet wird.
Bürger für Köhler
Seit die erneute Kandidatur von Gesine Schwan und der damit verbundene bundespolitische Schulterschluss zwischen SPD und neuer SED im Raum schwebt, geht es mir im Kopf herum.
Strategiepapier der Union zur Sicherheitspolitik
Die Union hat ein Strategiepapier zur zukünftigen Sicherheitspolitik gebastelt. Das gab ein großes Bohei, weil keiner es gelesen hat, aber alle eine Meinung hatten. Ich hab’s gelesen. Erste Notizen hier.
Aktienkurse und Unternehmenspolitik
Links im RSS-Feed vom Europe Media Monitor findet sich, während ich das hier schreibe, eine schöne Schlagzeile: Geplatze Übernahme – Anleger strafen Yahoo ab.
Mir geht es nicht um den Fehler, obwohl der ein schönes Bild zum Platzen der Übernahmespekulationen abgibt, sondern um den sehr typischen Denkfehler. Eigentlich sollte es ja nur Rhetorik sein, aber viele Menschen nehmen es seltsamerweise wortwörtlich. Der Mythos lautet: Die Anleger, oder besser noch – anonyme Aktienkurse an einer ominösen Börse, bestraften oder belohnten eine Firma für deren Politik. Das ist Voodoo und hat mit der Realität nichts zu tun. Was passiert da? Kann man das auch ohne die üblichen sprachlichen Nebelkerzen beschreiben?
Preisentwicklung und Monopole
Das Monopol der Apotheken bröckelt weg. Kurioserweise der Anlaß für ein Gebrabbel über den Strommarkt.
Ver.Di Gewerkschaft hat, braucht keine Feinde mehr…
Briefträger stehen auf der Liste der aussterbenden Berufe. Und jetzt kriegen sie auch noch von der eigenen Gewerkschaft Quecksilber als Tonikum.
Transrapid
Jaja, der Beckstein gerade im Fernsehen. ARD. Die bösen Technikfeinde hätten ihn verhindert. Kompletter Unsinn.
Die SPD in ihrem Lauf…
…hält weder Ochs noch Esel auf. Die Laufbahn ist seit Jahrzehnten bekannt, und man kann sie überall auf der Welt bewundern. Es ist die klassische Wurfparabel des Marxismus. Ein Drehbuch, das ein bisschen wie Road Runner und Cojote wirkt. Oder wie Hase und Wolf in der russischen Version. Nu Sajez, nu pogody! Möpmöp – rumms!
Landesbanken und Spekulanten II
Ja, aber ist das denn nicht ein wenig zu einfach? Nur faule Hypotheken? Was ist denn mit dem ganzen Hokuspokus über undurchsichtige Finanzinstrumente, strukturierte Produkte und Mißtrauen?
Landesbanken und Spekulanten
Man nimmt uns das Geld aus der Lohntüte. Man plündert uns das Erbe. Man treibt uns überall die Preise hoch, manchmal um ein vielfaches. Man zwingt uns unsinnige Anschaffungen zu machen. Man schickt uns den Geheimdienst hinterher, damit wir unser Geld bloß nicht ins Ausland bringen. Man verlangt, daß wir für Grund und Boden bezahlen, der uns gehört. Wir sollen Kunst, Möbel und den Krempel vom Dachboden als Spekulationsobjekte versteuern. Man verdrängt unsere Arbeitsplätze ins Ausland oder vernichtet sie. Man presst uns mit aller Macht unter die Wohlstandsgrenze zur Sozialhilfe. Hat man uns erst richtig in Geldsorgen gebracht, will man uns zwingen, die teuersten Lebensmittel, den teuersten Strom und den teuersten Vermieter zu wählen. Aber erst, wenn wir von dem Geld, daß wir hätten, wenn man es uns nicht abnähme, ein nagelneues Ökoauto für € 30.000 gekauft haben, weil der alte Gebrauchte den Herren und Damen Weltenrettern zu schmutzig ist.
Peter Scholl-Latour: Deutschland muss atomar aufrüsten
Peter Scholl-Latour wird gerne zitiert. Aber was er fordert, unterschlägt man dabei regelmäßig.
Das Recht, in Würde zu sterben
Was ich mich seit Jahren immer wieder frage: Woher nehmen Prediger, Politiker und Beamte die Anmaßung, einem Menschen, der geistig völlig klar ist, der sich keines Kapitalverbrechens schuldig gemacht hat, der in keinem Krieg als Feind auftritt, der einfach nur über sein natürlichstes, heiligstes Eigentum, nämlich seine bloße Existenz, entscheiden will, die Art des Todes befehlen zu wollen? Woher kommt diese Anmaßung, diese Überheblichkeit, dieser Größenwahn?
Siechtum für alle!
Worum geht es, wenn im Öffentlich-Rechtlichen voller Inbrunst über Darmkrebs, Verdauungsstörungen, Magenblutungen, Verstopfungen, Blähungen, Herzinfarkte, Nierenversagen, Leberschäden, Brechreiz, Mundgeruch, Impotenz, Monatsblutungen, Migräne, Nasenspülung, Demenz, Alzheimer, Inkontinenz, Erwachsenenwindeln, Blasensteine, Aterienverkalkung, Prostatakrebs, Darmspiegelung, Magenpolypen, Dickdarmtätigkeit, Übelkeit, Schwindelgefühl, regelmäßige Blutdruckmessung, Blutzuckerspiegel, Allergien, Ausschläge, Gelenkschmerzen, Glasknochen, Erblindung, Schluckbeschwerden, Farbe und Geruch von Morgenurin, Konsistenz des Stuhlgangs, etc. gesprochen wird?
Die Falle: Mindestlohn und Parteitaktik
Sollte die SPD nicht besser froh sein, wenn die Union den Mindestlohn blockiert? Machtpolitisch könnte die Union vom Mindestlohn, egal ob flächendeckend oder branchenspezifisch, nur gewinnen. Der Mindestlohn könnte, wenn rechtzeitig und breitflächig genug vor den Bundestagswahlen eingeführt, der Bundes-SPD das Genick brechen.
Mythos Markt
Der Markt regelt das von alleine, sagen die einen. Der Markt versagt, ängstigen sich die anderen. Wieder andere fordern, man dürfe nicht vor den Gesetzen des Marktes kapitulieren, und noch andere meinen, der Markt habe keine Gesetze sondern nur Anarchie, Sodom und Gomorrha. Sie alle haben gemeinsam, daß sie einem Mythos im Sinne eines kulturell quicklebendigen, Denken und Wahrnehmung prägenden Märchens aufgesessen sind.
Wortwahl: die neue SED
Warum ich “Die LINKE” als SED bezeichne, während ich vor dem Zusammenschluß mit der WASG von PDS gesprochen habe.
Eisernes Kreuz
Bundeswehrgeneräle wünschen sich eine Tapferkeitsmedaille für die Bundeswehr. Genaugenommen hätten sie gerne das Eiserne Kreuz zurück. Jetzt wird unter anderem beim Antibürokratieteam diskutiert, ob das EK eine Nazisache ist, oder ob die lange Tradition des Deutschritterkreuzes überwiegt.
Wohlfeile Phrasen…
…sind in der Politik und in der Berichterstattung über Politik ja recht häufig. Eine besonders dümmliche ist mir aber erst in letzter Zeit aufgefallen. Man dürfe die neue SED nicht einfach ablehnen, sondern müsse die Bewertung vom Personal abhängig machen.
Der Beck…
…ist wieder da. Ich bitte drum, die offensichtlichen Wortspiele selbst einzufügen. Er wird jetzt versuchen, das Kaspertheater der vergangenen Tage zu beenden und Ruhe in die Partei zu bringen. Gegen die Probleme kann er freilich nichts tun.
Friedliche Revolution in Sachsen 1989/90 » TRANSATLANTIC FORUM
Im Transatlantikforum ist es etwas versteckt, deshalb habe ich mir die Links mal rausklamüsert. Heinz Eggert berichtet hier in einer sehr lesenswerten Artikelreihe über die Wende, wie er sie erlebt hat.
Globalisierung
Da predigen Linke, Christen und alle möglichen sonstigen sozial engagierten Menschen jahrelang, man müsse auch im reichen Norden Opfer bringen, damit es dem armen Süden endlich besser geht. Sie benannten auch oft genug die Risiken des Wohlstandsgefälles zwischen Nord und Süd: Völkerwanderungen, Kriege, etc. Und nun, wo genau das passiert, sind sie radikal dagegen und wollen den reichen Norden möglichst luftdicht gegen den aufstrebenden Süden abschotten. Die könnten ja auch mal ‘ne Fabrik kriegen oder gar mit unseren Betrieben konkurrieren wollen.
Der Mythos Verhandlungen
Gerade hat auf dem BR ein Sprecher von Pro-Bahn festgestellt, sowohl GDL als auch Bahn müssten jetzt Konzessionen machen, um den Konflikt zu beenden. Fein gesagt. Aber können sie es denn überhaupt?
Nachtrag zum GDL-Streik
Wenn man eine Sache etwas besser begreifen will, muss man sie immer aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, denn jeder Blickwinkel zeigt andere Facetten und Ansichten der Sache. Ich glaube, daß der wirtschaftlich-technische Blickwinkel den zugrundeliegenden Konflikt zeigt, der die Lokführerstreiks bis zum weitestgehenden Ende des Berufs antreiben wird. Zumal die zunehmende Marginalisierung des TFs in modernen Zügen auch das Denken des Bahnmanagements bei Lohnüberlegungen beeinflussen muss.
Aussterbende Berufe und der Kampf ums Geld
-
Schon lange auf der Liste der ausgestorbenen Berufe: Flößer. (Wurden ersetzt durch LKW und Eisenbahn.)
-
Seit kurzem auf der Liste der ausgestorbenen Berufe: Telefonistinnen. (Wurden ersetzt durch Telefonanlagen und Selbstwahlprotokolle)
-
Schon länger auf der Liste der aussterbenden Berufe: Briefträger. (Werden ersetzt durch E-Mail und Web.)
-
Frisch auf der Liste der aussterbenden Berufe: Lokführer. (Werden ersetzt durch einige Hundert Zeilen einfacher Programmcode plus Abstandspeilgerät und Internetprotokoll.)
Die Bahn wird noch einen Haufen Lokführerstreiks erleben, und auf vernünftige Kompromisse zu hoffen, ist naiv.
The Outside of the Asylum…
…so nennt Wonko the Sane im Hitchhiker’s Guide to the Galaxy sein Haus. Das Interiör befindet sich außen, die Türklingel innen. So hat er es geschafft, all die Irren dieser Welt in eine Anstalt zu sperren und selbst “draussen” zu bleiben. Ursprünglich sollte dieses Blog Abulafia heißen, aber dieser Name passt auch. Denn es wird, wenn ich überhaupt regelmäßig bei diesem Spielzeug bleibe, immer wieder um den ganz normalen Irrsinn dieser Welt gehen: Political Correctness, religiöse Hybris, Appeasement, Wirklichkeitsverweigerung, Idiotenschutz, Paranoia und Gummizellenpolitik.