Panorama
Verfasst von califax am Dienstag, 15. Juli 2008
Nachtrag ausnahmsweise ganz oben:
“Rethinking the National Interest - American Realism for a New World” by Condoleezza Rice, U.S. Secretary of State. Lesen! Der Anfang ist ein kurzer Rechenschaftsbericht. Aber schon ab Ende der ersten Seite wird es interessant. Das Essay ist eine Mischung aus strategischer Analyse und politischem Testament.
Er schrie auch die Vertreterin der Bundesanwaltschaft an: “Halt die Klappe, Frau Staatsanwältin!” und “Du Arschloch, du bist eine Frau!” Was darauf folgte? Nichts. Hin und wieder wurde der Mann mal von der Verhandlung ausgesperrt, zum Beispiel als er einen Justizwachtmeister mit einem Kopfstoß verletzte. Doch auf seine Beleidigungen reagierte das Gericht irgendwann nur noch mit einem Achselzucken.
Quelle: Sueddeutsche.
Das emotionale Bedürnis nach Demütigung des Westens, auch über den Umweg der Demütigung nichtmuslimischer Frauen, findet sich im militant-islamistischen Spektrum nicht selten. Auch Terroristen der im September 2007 zerschlagenen “Sauerland-Zelle” äußerten privat, sie wollten “amerikanische Schlampen” töten. Auf einer Demonstration militanter Islamisten in London 2006 riefen Teilnehmer, dass nichtmuslimische Frauen als Reaktion auf die Veröffentlichung islamkritischer Karikaturen als “Kriegsbeute” (Minute 2:25-2:30) betrachtet werden sollten. Die Äußerung bezieht sich auf das Vorbild Mohammeds beim Massaker an den Juden von Khaybar, wo er die Männer eines gegnerischen Stammes töten ließ und die Frauen als Beute an seine Kämpfer verteilte.
Kommentar von Sipol zum Artikel der Sueddeutschen.
In erster Linie sollen Firmen und Politiker aus Russland, Frankreich und den arabischen Ländern von »Oil for Food« profitiert haben. Doch der Abschlussbericht der Volcker-Kommission erwähnt auch 57 deutsche Unternehmen, die insgesamt zwölf Millionen Dollar Schmiergeld an das irakische Regime gezahlt haben sollen. Neben Konzernen wie Siemens, Daimler und Linde tauchen in der Liste Unternehmen auf, die bereits in den achtziger Jahren in profitable Geschäfte mit dem Irak verwickelt waren. Etwa die Firma Karl Kolb aus dem hessischen Dreieich, die damals Technologie zur Produktion von Giftgas an Saddam lieferte.
Anders als in den USA hat der UN-Skandal in Deutschland bislang für keinerlei öffentliche Empörung gesorgt. Nur ungern wird man an die engen Verbindungen der deutschen Wirtschaft mit dem irakischen Diktator erinnert. Entsprechend wurde nie eine Untersuchungskommission ins Leben gerufen. Im Gegenteil, das Bundeswirtschaftministerium lehnte einen Antrag der Organisation Transparency International ab, die im vergangenen Jahr gegen die 57 Firmen Beschwerde eingelegt hatte. Auch wenn die Staatsanwaltschaften in München und Nürnberg Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Daimler, Siemens und Linde eingeleitet haben, ist es bislang noch zu keinen Verfahren gekommen.
Quelle: Jungle World.
Die Bundeswehr in Afghanistan operiert am Rande ihrer Möglichkeiten. Engpässe bei der Truppe sind seit letztem Jahr bekannt, doch reagiert hat Verteidigungsminister Jung nicht. Die Mandatsobergrenze bleibt bis Oktober, und das hat Folgen. Einheiten, die die Sicherheitslage verbesserten, wurden wieder abgezogen. Nicht nur die Zahl der Soldaten, auch die Einsatzregeln werden immer mehr zum Problem. Der Verteidigungsminister glänzt durch Führungsschwäche.
Kontraste: Ein Bericht von Caroline Walter und Alexander Kobylinski.
Das Feldlager der ISAF-Truppen in Mazar-E-Sharif im Norden Afghanistans wird unter anderem von einer Sicherungstruppe geschützt. Die wollte eine Sirene haben, um bei Alarm schnell allen im Lager kundtun zu können, dass etwas nicht stimmt und etwa ein Raketenangriff auf das Lager bevorsteht. Doch die Soldaten hatten die Rechnung ohne die Schreibtisch-Soldaten in der Wehrverwaltung gemacht. Denn die untersagten die Sirene. Aus Lärmschutzgründen - kein Witz.
Ein schlechter Witz dagegen sind die Bedingungen, unter denen die deutschen Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force - QRF) ihren Auftrag erfüllen müssen (Darüber haben wir gestern im “Bericht aus Berlin” berichtet) Im Norden Afghanistans wird es derzeit leicht über 50 Grad Celsius heiß. Die QRF fährt auch bei diesem Temperaturen mit ihren Marder-Schützenpanzer zu Übungen. Die Fahrzeuge, die eigentlich vor drei Jahrzehnten für die Abwehr des Warschauer Paktes entwickelt wurden, heizen sich innen auf bis zu 90 Grad Celsius auf. Denn der alte Marder hat keine Klimaanlage. Eine Nachrüstung lohnt bei den betagten Kettenfahrzeugen angeblich nicht, die neuen Schützenpanzer Typ “Puma” (mit Klimaanlage oder “Kampfraumkühlanlage”, wie es bei den Militärs heißt) sind noch nicht bei der Truppe angekommen.
Weil dort ja offiziell “Frieden” herrscht, sieht die Bundeswehr den Einsatz in Afghanistan offenbar auch als eine Art Ferienlager. Nur logisch, dass dann auch der Hin- und Rückflug in den Club “Mazar” wie beim Billigflieger funktioniert. An Bord der Luftwaffe-Jets muss Essen und Trinken schön ordentlich bezahlt werden. Das Mahl wird im Rahmen der “Vollverpflegung” vom Sold abgezogen, jede Limo oder Cola muss mit 80 Cent bezahlt werden. Wie sagte doch ein Bundeswehr-Offizier? “Akzeptieren ist leichter als verstehen.”
Blog.Tagesschau.de: Papierkrieg am Hindukusch.
In der Anlage zu seinem Kommandeurbrief Nr. 6 dokumentiert er über 8 Seiten die geradezu lächerliche Situation:
- 19 (!) Positionen der persönlichen Bekleidungsstücke sind nach den Feststellungen der Truppe ungeeignet;
- 16 Teile der Ausrüstung werden kritisiert;
- Was die Realisierung der Abhilfe angeht, wird sehr oft entweder auf das Jahr 2012 verwiesen oder es ist tröstlich zu lesen:“Maßnahme abhängig von der Verfügbarkeit der HH-(Haushalts)Mittel”.
Wer die Einzelheiten lesen mag, möge die Anlage des Otto-Briefes als pdf abladen.
GeoPowers: Ausstattungsmängel.
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