Quick Reaction Force in Afghanistan
Verfasst von califax am Freitag, 16. Mai 2008
Für eine solche langfristige Operation wie Harekate Yolo II im vergangenen Jahr oder Kares derzeit wird die im Kern 205 Mann starke QRF auch aufgestockt - zum Teil mit Spezialisten wie Logistikern oder Experten für elektronische Kampfführung, die schon zum deutschen ISAF-Kontingent gehören. Allerdings auch mit Fachleuten aus der Sanität, die dann eigens aus Deutschland eingeflogen werden müssten. Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanität hat zwar ein Leichtes Luftlanderettungszentrum schon in Masar-i-Scharif eingelagert, die passenden Ärzte und andere Spezialisten kommen aber erst aus der Heimat.
Nicht ganz erfüllt ist auch das Ziel, die Eingreiftruppe schon in der Ausbildung mit genau dem Gerät üben zu lassen, das sie später auch in ihrem Einsatz nutzen wird. So gibt es inzwischen, sichert Brigadegeneral Weigt zu, in der Heimat genügend Dingos, um die Kraftfahrer mit diesem Fahrzeug vertraut zu machen. Doch der Rest einer Dingo-Mannschaft wird erst in Afghanistan mit dem Fahrzeug vertraut gemacht. Das kann man auch positiv sehen, und das Deutsche Heer tut das gerne: Das passiere dann eben unter Einsatzbedingungen. Auf dem Übungsplatz allerdings fuhr die Eingreiftruppe im Transportpanzer Fuchs vor.
Quelle: “Kampf ist für uns nichts Neues”.
Wie bitte?!
Nachtrag:
Ist ja eigentlich kein Wunder bei der Einstellung unserer Parlamentarier zum Einsatz:
Die einzige Frage, die uns ein bekannter Politiker auf Truppenbesuch in Kabul stellte, war: “Ich habe jetzt einen halbe Stunde Zeit für Sie, was wollen Sie denn so über mich wissen?” Danach betroffenes Schweigen der Uniformierten. Als ich dann den Herrn Politiker fragte, was er denn über uns wissen wolle, kam nur: “Wie ist es denn so, wenn sie über vier Monate von daheim weg sein müssen?” Ich fragte ihn dann, warum die Politik so wenig dafür tut, eine gesellschaftspolitsche Debatte zu starten, die sie ja selber immer fordere. Seine Antwort: “Ja, das ist schon wichtig, aber viel wichtiger ist, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Republik am Hindukusch verteidigt werden muss!” In diesem Moment war auch ich betroffen - enttäuscht. Sind den Politikern die Meschen, die das von ihnen beschlossene Mandat erfüllen so egal? Innerlich war ich fassungslos.
Quelle: http://blog.phoenix.de/afghanistan/?p=124#comment-289
Nachtrag No. 2:
Auch auf dem Afghanistanblog schreibt eine Soldatenmutter:
Ich erwarte, dass man unsere deutschen Soldaten in allem optimalst ausstattet - es kann nicht sein, dass der deutsche Soldat sich sein Pistolenhalfter, seine “Sandsturmbrille”, die auch vor Splittern schützt, seine “Ohrstöpsel” etc. aus seinem “ach so vielen Geld, das er für seinen Einsatz bekommt” bezahlen muss - er tut dies, weil ihm seine Gesundheit und sein Leben wichtiger ist. Aber da gibt es noch mehr, was ein Soldat so braucht, und das ist nicht mal eben so mit dem Taschengeld zu kaufen - auch da werden wir Deutschen übrigens nicht nur belächelt, sondern auch bemitleidet. Nicht umsonst wenden sich ca. 3000 deutsche Soldaten, auch aus ihrem Einsatz heraus, an ihren Wehrbeauftragen. An wen auch sonst - es würde sie ihren Job kosten, da hängen Familien dran; Soldaten sind Leute ohne Stimme…
Für manches ist übrigens so ein Auslandseinsatz auch gut - endlich wurde das Verbandsmaterial von 1964, das dem Wehrpflichtigen bei seinem Eintritt in die Bundewehr vor einigen Jahren ausgehändigt wurde, gegen frisches ausgetauscht. Das ist doch schon etwas, oder?
Quelle: http://blog.phoenix.de/afghanistan/?p=149#comment-407
Das sind Forderungen, über die man im Bundestag mal debattieren sollte, oder? Die Leute in Afghanistan halten für uns den Kopf hin. Ich kann das Blog nur empfehlen. Dort wird das getan, wofür wir eigentlich unsere gewählten Abgeordneten bezahlen und mit Privilegien ausstatten: Informieren und ernsthaft debattieren. Was die Herren und Damen Abgeordneten, die verfassungsgemäßen Vorgesetzten der Soldaten, sich aber standhaft weigern zu tun.
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