Was hätte ein spektakulärer öffentlicher Prozeß ausgelöst?
Dieselben Knallchargen, die schon die Freilassung Saddam Husseins gefordert haben und jetzt Bin Ladens Erschießung verdammen, hätten die Propagandatrommel gerührt, um Bin Ladens Freilassung zu erreichen, und das Verfahren gegen ihn mit den wildesten Märchen zu diskreditieren. Er und seine Verteidiger hätten ihn als Held, Märtyrer und Opfer der bösen amerikanisch-jüdischen Weltverschwörung inszeniert und wären dafür gefeiert worden. Es wäre eine reine Propagandaschlacht gewesen, flankiert von Massakern durch seine Anhänger und öffentlichen Kapitulationserklärungen all der Feiglinge und Pazifisten, deren Lebensaufgabe darin besteht, die Schafsherde vor den Wölfen zu schützen, indem sie Hütehunde verbieten und Gatter niederreißen.
Ein nicht-öffentlicher Prozeß? Eine Katastrophe!
Eine normale Hinrichtung? Ein Debakel.
Ein Bombenangriff? Stoff für Verschwörungstheoretiker und mit zu vielen zivilen Toten verbunden.
Ein Auslieferungsgesuch? Bin Laden versteckte sich äußerst auffällig in einem neugebauten, gut verteidigten, auffällig isolierten Gebäude inmitten eines geheimdienstlich stark überwachten militärischen Sperrbezirks. Direkt an der breiten Straße von der Militärakademie gelegen. Natürlich hätten die ihn ausgeliefert oder vor Gericht gestellt. Sicher doch…
Er wurde erschossen, als er sich unbewaffnet hinter seiner Frau versteckte. nachdem seine Kämpfer in einem langanhaltenden Feuergefecht bereits für ihn gefallen waren, er also wirklich nicht überrascht wurde. Ein Leben als reicher weinerlicher Massenmörder, der andere in den Tod schickt und wehrlose Gefangene abschlachten läßt. Ein Tod als Feigling.
Well done. So hat er es verdient.