Vorschlag am Rande
Verfasst von califax am Donnerstag, 15. Oktober 2009
Ich hätte da mal wieder so einen völlig undurchdachten und komplett weltfremden Vorschlag zur Sozialpolitik:
Put you money where your mouth is. Not other people’s money. Your money.
Und das geht so:
Wenn Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Kommunisten und Kirchen mit heldenhaftem Ton Mindestlöhne fordern, sollen sie erstmal selbst welche zahlen. Wer „faire Löhne“ fordert, sollte seine eigenen Angestellten doch nicht davon ausnehmen, oder?
Und da die Bischöfe immer wieder beklagen, daß die Arbeitswelt das Leben der Menschen zu sehr dominiere, daß stattdessen doch mehr Nächstenliebe dominieren müsse: Wie wäre es, wenn Ihr aufhören würdet, geschiedene Frauen und alleinerziehende Mütter wegen ihres Lebenswandels zu feuern? Wenn Ihr aufhören würdet, den Lebenswandel Eurer Angestellten, der Euch als Arbeitgeber einen Dreck angeht, zu überwachen? Oh, und: Faire Löhne, die Ihr auch immer wieder fordert – Erstmal selber zahlen, ok?
Und bis dahin, Ihr verlogenen roten und schwarzen Heuchler: Fahrt zur Hölle.
Nachtrag wegen des Streiks der Putzleute:
Ich kann jedem Arbeitgeber nur raten, seinen Putzen freiwillig deutlich mehr als die geforderten acht Euro zu zahlen und regelmäßig leistungsabhängige Boni draufzulegen. Gute, d.h. flinke, flexible, gründliche, diskrete und aufmerksame Reinigungskräfte sind sehr dünn gesät und ein Segen. Und das gilt sicher nicht nur für Rechenzentren und Labore. Man muß sie anlocken und pflegen. Man spart sich damit einen Haufen Alltagsärger.
Und die streikende IG BAU würde ich gerne mal fragen, was sie denn selbst ihren Gebäudereinigern zahlt. Das wäre erfahrungsgemäß sehr, sehr interessant.