The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Wer seine Soldaten nicht schützt, hat ihren Schutz nicht verdient

Verfasst von califax am Samstag, 3. Oktober 2009

BERLIN – Der für den Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster bei Kundus verantwortliche Oberst Georg Klein wird vermutlich vor Gericht gestellt und verurteilt. Damit jedenfalls rechnen führende Bundeswehrkreise. Da Klein darauf verzichtet habe, die um die Tanklaster versammelten Menschen vor dem Angriff zu warnen, könne der Tatvorwurf sogar noch über den der fahrlässigen Tötung hinausgehen, heißt es.

http://www.ksta.de/html/artikel/1246883974441.shtml

Die Menschen, die da um den Tanklaster versammelt waren, waren nach Aufklärung und Aussagen der ansässigen Bevölkerung Guerrillakämpfer, deren Unterstützer, Kriminelle und zur Mithilfe gezwungene Bauern. Eine Warnung hätte sicher Leben retten können. Es ist aber nun einmal nicht die Aufgabe eines Soldaten, das Leben seiner Feinde zu retten, insbesondere dann nicht, wenn diese gerade eine militärische Mission gegen ihn und seine Kameraden durchführen.

In Bundeswehr und Parlament scheint man immer noch zu glauben, man könne einen Kampfeinsatz mit den juristischen Regeln (und den Kosten) eines friedlichen Einkaufsbummels bestehen. Wenn die Abgeordneten, die Kanzlerin und der Verteidigungsminister meinen, man müsse diesen Krieg um jeden Preis verlieren, dann sollten sie auch so ehrlich und verantwortungsvoll sein, die Soldaten heimzuholen. Menschen in die Schlacht zu schicken und sie dann wie Verbrecher zu behandeln, wenn sie in der Schlacht Feinde töten, ist ein Verbrechen.

Bisher ist die Bundeswehr nicht so stark in Erscheinung getreten wie beispielsweise die Polizei. Das könnte auch damit zu tun haben, daß Offiziere, die eine eigene Meinung verraten, schnell im Ruhestand sind. Was werden Merkel und der Autogramme gebende Praktikant tun, wenn die unteren Ränge demonstrieren gehen? Ganze Regimenter entlassen? Was werden sie tun, wenn sich herumspricht, daß es eine bodenlose Dummheit ist, Freiheit, Gesundheit, Leben und dann auch noch die juristische Unbescholtenheit zu riskieren, um einen Staat zu verteidigen, der seine Soldaten wie Müll behandelt?

Eine Antwort zu “Wer seine Soldaten nicht schützt, hat ihren Schutz nicht verdient”

  1. cogito sagte

    Wenn militärische Aktionen dem gemeinen Strafgesetz unterstellt wird, dann kann zukünftig praktisch jeder Soldat, auch in Selbstverteidigungssituationen, vor Gericht gestellt werden. Den Gegner nicht dreimal gewarnt, bevor geschossen wurde? Den Gegner aus dem Hinterhalt erschossen, als er eine Bombe legen wollte? Nachts eine „Truppen“-Bewegung beschossen? Die Ausweise der bewaffneten Zivilisten vor der Schussabgabe nicht kontrolliert?
    In Afghanistan findet kein konventioneller Krieg statt, die Taliban sind bewaffnete Zivilisten, keine Soldaten. Auf sie dürfte man demnach überhaupt nicht schiessen.

    Wenn man nicht will, dass Menschen eventuell erschossen werden, darf man keine bewaffneten Soldaten hinschicken.

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