The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Archiv für Oktober 2009

Man nehme…

Geschrieben von califax am Mittwoch, 28. Oktober 2009

…Milch, Sahne, Mehl, Eier, Zucker, eingefrorene Pflaumen, nicht zu süßes rotes Johannisbeergelee, Vanilleeis, Räucherspeck, Nelken, Piment, Wacholder, Pfeffer, Salz, einen kleinen Topf und eine gute Pfanne.

Die Pflaumen mit Nelken, Piment, Wacholder, Pfeffer, Salz und etwas Zucker im Topf zu einer fruchtig-sauren Pampe köcheln und mit etwas Mehl andicken.

Derweile Sahne steifschlagen und dabei etwas zuckern.

Die Pfanne gut erhitzen und Speck auslassen.

In die Milch gerade soviel Mehl einrühren, daß die Flüssigkeit schleimig wird. Eier , eine Prise Salz und etwas Zucker unterrühren.

Diesen Flüssigteig in die gut erhitzte Speckpfanne geben und eine goldbraune Plinse ausbacken.

Die fertige Plinse auf einen Teller geben und etwas zuckern. Entlang des Durchmessers ordentlich Johannisbeergelee plazieren.  Dann die Plinse in der Hälfte umklappen und zum Hörnchen rollen. Obendrauf kommt die Plaumensauce. Daneben werden Schlagsahne und Vanilleeis abgeladen.

Dazu schmeckt am besten ein starker roter Johannisbeerwein oder heißer dicker bittersüßer Kakao.

Der Unterschied zu Gourmetköchen: Bei denen sieht das gut aus.

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Hat jemand den Kometen gesehen?

Geschrieben von califax am Dienstag, 27. Oktober 2009

Da muß einer sein. Entweder das oder die Bäume bluten. Und die Hirsche machen Jagd auf friedlich äsende Wölfe. Die Äpfel fallen vom Boden an den Ast. Der Himmel strahlt in rosarot. Der Weltfrieden bricht aus. Die CSU beschwert sich über „die diffamierende Weise, mit der über Hartz-IV-Familien und Migranten geredet wird“.

Ach, wo bleiben jetzt eigentlich die Rassismusvorwürfe? Kommen die noch?

(Übrigens haben die Berliner recht – die Herdprämie ist  schädlich und dumm. Aber das sind populistische Amokläufe meistens. Und die von der CSU eigentlich immer.)

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Was Erich so alles sieht…

Geschrieben von califax am Dienstag, 27. Oktober 2009

As we like to say when giving packing advice, when in doubt, leave it out. And it can’t hurt to do a last minute double check of your bag to make sure there are no grenades, guns or other prohibited items in it.

Safe travels,

(Quelle: TSA.gov. Gefunden beim geschützten Erich.)

Übrigens ein schönes Beispiel, wie gute Öffentlichkeitsarbeit einer Behörde funktionieren kann. Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen.

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Der 23. Oktober 2005

Geschrieben von califax am Freitag, 23. Oktober 2009

Gefunden bei Waldemar Kolodziej.

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Noch so ein undurchdachter Vorschlag

Geschrieben von califax am Mittwoch, 21. Oktober 2009

Es wird immer wieder in diversen Talkshows vorgeschlagen: Die in der Krise entstandenen Haushaltsdefizite sollen durch eine etwa fünf Jahre lang erhobene Umlage von ihren Verursachern getragen werden. Ich bin sehr dafür.

Man summiere also den Schaden, den die Veruntreuung durch Abwrackprämie, Bankenverstaatlichung, Landesbankenrettung, Opelhilfen und Quellehilfen verursacht haben, addiere zeitnah die aus Verträgen und Bürgschaften noch folgenden Schäden hinzu und lege die Tilgung dieses Schadens innerhalb einer fünfjährigen Frist allen Abgeordneten auf, die für diesen Unsinn gestimmt haben. Die Kreditzinsen sind gerade sehr günstig und mit den Abgeordnetenrenten sind die Leute auch recht kreditwürdig. Und wenn es in Einzelfällen nicht so sein sollte – hey,  in Einzelfällen gehen wegen des durch diese Abgeordneten angerichteten Schadens ganze Familien in den Ruin! So what?

Ich bin für das Verursacherprinzip. Leider kann man weder den vorherigen noch den aktuellen US-Notenbank-Chef für ihre Dumpingzinspolitik zahlen lassen. Soviel Geld könnte auch niemand allein auftreiben.

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Viel Spaß beim Baden

Geschrieben von califax am Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ermittler sprechen vom Öko-Terrorismus der sich hier und an anderen Teilen der Küsten bis heute abspielt. Denn tatsächlich wurden an der Küste Kalabriens insgesamt 180 Schiffe, beladen mit Giftmüll und mit radioaktivem Abfall versenkt [...]

(Quelle: Mafialand.)

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Günnie Wallraff enthüllt: Diskriminierung geistig Behinderter in Deutschland!

Geschrieben von califax am Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ich habe etwas anzuprangern. Deutschland ist schlecht und verkommen.

Stellen Sie sich vor, da bieten Leute eine Wohnung zur Miete an oder sitzen saufend in einem Zugabteil. Da kommt ein offenbar geistig verwirrter, ganz offensichtlich weißer  deutscher Rentner mit einem irgendwie aus dem Fernsehen bekannten Gesicht, Karnevalsperücke und Schuhcreme im Gesicht herein und lallt die Leute penetrant mit etwas an, das er für einen Negerakzent hält.

Und statt die Polizei zu rufen, damit sie den armen alten Mann zurück ins Heim bringt, wird er wahlweise beschimpft oder als Sonderling betuschelt.

Ein Skandal fürbaß. Geisteskranke haben es in Deutschland wirklich schwer.

Nachtrag:

Schwarzer Wallraff ist geschmacklos und perfide.

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Vorschlag am Rande

Geschrieben von califax am Donnerstag, 15. Oktober 2009

Ich hätte da mal wieder so einen völlig undurchdachten und komplett weltfremden Vorschlag zur Sozialpolitik:

Put you money where your mouth is. Not other people’s money. Your money.

Und das geht so:

Wenn Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Kommunisten und Kirchen mit heldenhaftem Ton Mindestlöhne fordern, sollen sie erstmal selbst welche zahlen. Wer „faire Löhne“ fordert, sollte seine eigenen Angestellten doch nicht davon ausnehmen, oder?

Und da die Bischöfe immer wieder beklagen, daß die Arbeitswelt das Leben der Menschen zu sehr dominiere, daß stattdessen doch mehr Nächstenliebe dominieren müsse: Wie wäre es, wenn Ihr aufhören würdet, geschiedene Frauen und alleinerziehende Mütter wegen ihres Lebenswandels zu feuern? Wenn Ihr aufhören würdet, den Lebenswandel Eurer Angestellten, der Euch als Arbeitgeber einen Dreck angeht, zu überwachen? Oh, und: Faire Löhne, die Ihr auch immer wieder fordert – Erstmal selber zahlen, ok?

Und bis dahin, Ihr verlogenen roten und schwarzen Heuchler: Fahrt zur Hölle.

Nachtrag wegen des Streiks der Putzleute:

Ich kann jedem Arbeitgeber nur raten, seinen Putzen freiwillig deutlich mehr als die geforderten acht Euro zu zahlen und regelmäßig leistungsabhängige Boni draufzulegen. Gute, d.h. flinke, flexible, gründliche, diskrete und aufmerksame Reinigungskräfte sind sehr dünn gesät und ein Segen. Und das gilt sicher nicht nur für Rechenzentren und Labore. Man muß sie anlocken und pflegen. Man spart sich damit einen Haufen Alltagsärger.

Und die streikende IG BAU würde ich gerne mal fragen, was sie denn selbst ihren Gebäudereinigern zahlt. Das wäre erfahrungsgemäß sehr, sehr interessant.

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Wort des Tages

Geschrieben von califax am Donnerstag, 15. Oktober 2009

Anti-Atomkraft-Gegner.

Natürlich von meiner Lieblingsblondine im Mittagsmagazin. Oh, holde Unschuld.

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Nobelpreisverdächtige Unterhaltung

Geschrieben von califax am Samstag, 10. Oktober 2009

Nein, ich reg mich nicht über den Preis für Obama auf. Warum denn? Der ist doch nicht böse, der tut doch nichts. Nein, viel schöner ist dieser Artikel hier:

Es ist ein bisschen naiv zu glauben, in Stockholm enthülle der Weltgeist letzte Wahrheiten zum Stand unserer Gesellschaft.

Stattdessen gibt es immer mal wieder unglaubliche Possen: Zum Beispiel die Ehrung des Exil-Chinesen Gao Xingjian mit dem Literaturnobelpreis im Jahr 2000. Vorangetrieben haben soll sie Akademiemitglied Göran Malmqvist, der passenderweise Sinologe war und sich vor der Verleihung auch gleich persönlich die Verlagsrechte an Gaos Büchern sicherte.

[...]

Wenn sich Naturwissenschaftlicher jetzt schadenfroh die Hände reiben, ist das unangebracht. Erinnern wir kurz an den Physiker Alexej Abrikossow, der 2003 den Nobelpreis für rund 50 Jahre altes Lehrbuchwissen über kuriose Quantenphänomene erhielt. Und der Chemienobelpreis ein Jahr zuvor an Koichi Tanaka galt vielen Kritikern als ebenso fragwürdig: Das von ihm entwickelte Laserverfahren hatte bis zur Preisverleihung keine große Bedeutung. Tanaka war außerdem der einzige, der es jemals benutzte.

[...]

Jimmy Carter bekam den Preis quasi als paradoxe Mahnung. Die Auszeichnung sei als „Tritt vors Scheinbein für all jene gedacht, die in dieselbe Richtung marschieren wie die USA“, hieß es 2002 in Oslo. Carter, ausgestattet mit dem Gleichmut einer Erdnuss, nahm den Preis dennoch an.

Ok, ich geh mir jetzt die Tränen abwischen. Lesen!

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09.10.2009

Umstrittene Nobelpreise

„Brutale Effekte und Bluff“

Von Daniel Haas

Warum wird der denn ausgezeichnet? Das sind Kommentare, die man jedes Jahr über mindestens einen der Nobelpreisträger hört – und dieses Mal trifft es Barack Obama. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Eigensinn hat Tradition in Stockholm und Oslo, Skandale sind programmiert.

Das wär doch eine schöne Frage für „Wer wird Millionär?“: Frans Eemil Sillanpää: A) Norwegischer Streichkäse. B) Skandinavisches Bergmassiv. C) Finnischer Nobelpreisträger. Die Antwortet lautet c. Der Mann bekam die höchste Literaturauszeichnung der Welt im Jahr 1939.

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}
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Man könnte das Spiel auch mit Sully Prudhomme, José Echegaray oder Wladyslaw Reymont spielen: Alles Nobelpreisträger, deren Bücher man heute mit der Lupe suchen muss.Dass die Schweden die Welt mit abseitigen Entscheidungen brüskieren, hat Tradition. Schon als der Preis 1901 zum ersten Mal vergeben wurde und nicht an Leo Tolstoi ging, war das Gezeter groß. Seitdem wurden herausragende Autoren übergangen (Proust, Rilke, Kafka) und zweitrangige ausgezeichnet (William Golding, Pearl S. Buck).

Als die Schwedische Akademie 2002 in einer Quellenedition erstmals Einblick in die geheimen Beratungen des Nobelkomitees gewährte, war die Verblüffung dann aber doch noch einmal groß. So viel Häme. So viel Exzentrik. Alberto Moravia: ließ die „ideale Tendenz“ vermissen, außerdem erotoman. Lion Feuchtwanger: nur „brutale Effekte und Bluff“. Karl Kraus: „dunkel und abstoßend“. Paul Claudel: zu katholisch. Graham Greene: zu skeptisch.

Kein Ideen-TÜV

Wer also überrascht war über die Ehrung von Herta Müller, kannte die Geschichte des Preises nicht. Und auch nicht seine Ideologie. Es gibt Zeiten, da wollen die Stockholmer den Rang eines Autors einfach nur bestätigen, und solche, in denen das Komitee eine „symbolische Akzentuierung kultureller oder historischer Konstellationen“ („SZ“) vornimmt. Dann wird das Komitee zum Förderverein. Das ist im Fall von Frau Müller so, und da es eine exzellente Sprachartistin trifft, muss man sich nicht aufregen.

Aber man kann sich die Historie der Nobelpreise noch mal vornehmen, auch die der naturwissenschaftlichen, und erkennen: Die königliche Akademie ist kein unfehlbarer Ideen-TÜV und schon gar keine metaphysische Instanz für kulturelle Weihen. Sie hat eine Geschichte wie jede andere Institution auch, sie wird von Menschen gestaltet und die wiederum werden von Interessen geleitet. Es ist ein bisschen naiv zu glauben, in Stockholm enthülle der Weltgeist letzte Wahrheiten zum Stand unserer Gesellschaft.

Stattdessen gibt es immer mal wieder unglaubliche Possen: Zum Beispiel die Ehrung des Exil-Chinesen Gao Xingjian mit dem Literaturnobelpreis im Jahr 2000. Vorangetrieben haben soll sie Akademiemitglied Göran Malmqvist, der passenderweise Sinologe war und sich vor der Verleihung auch gleich persönlich die Verlagsrechte an Gaos Büchern sicherte.

Autoren-Harakiri

Oder die Ehrung von Harry Martinson. Der Autor war nicht nur Schwede, sondern gehörte auch der Akademie an, verlieh sich den Preis also quasi selbst – zumindest anteilig. Die Ehre (und die Kritik an seinem Werk) soll derart schwer auf ihm gelastet haben, dass er tatsächlich mit einer Schere im Krankenhaus Harakiri beging.

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