The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Archiv für September 2009

Zitat des Tages

Geschrieben von califax am Mittwoch, 30. September 2009

Hat den neuen Hoffnungsträgern der SPD eigentlich niemand gesagt, dass eine SPD, die ihre Öffnung zur Linkspartei thematisiert, damit die Linkspartei zum Thema macht und selbst nicht mehr das Thema ist?

Doch, einige Wähler haben es versucht.

(Quelle)

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Wie kocht man einen Frosch?

Geschrieben von califax am Dienstag, 29. September 2009

Eine Übernahme aus Zettels kleinem Zimmer zum neuen russischen Imperialismus:

Wie kocht man einen Frosch? Indem man ihn in den Topf setzt und das Wasser langsam, langsam, für ihn unmerkbar, hochköchelt. Zu Beginn noch einer Flucht fähig, wird der Frosch dennoch sitzenbleiben bis zum Siedepunkt, bis er nicht einmal mehr „bien cuit“ quaken kann, und ohne jemals gewahr zu werden, was ihm denn geschehen ist. Hans im Glück durchlebt ein ähnliches Schicksal – und freut sich auch noch über seinen Abstieg. In der Wirklichkeit heißt so etwas Salamitaktik oder Dominotheorie, oder, aus der Froschperspektive: „Frieden für unsere Zeit“ und „Politik der ausgestreckten Hand“.

Der Westen verspielt auf diese Weise nicht nur seine Städte und den Frieden im Innern, sondern auch sein Glacis gegen die geistige Mongolei im Osten. Uns verbindet so viel mehr – in lang hergebrachter Vergangenheit wie in einer wünschenswerten Zukunft – mit den Europäern, Demokraten und Christen in Kiew, Tiflis und Eriwan als mit asiatisch-skrupellosen Anhängern von Sie-wissen-schon-wem in Ankara, Sarajewo und Priština, wohin sich aber die ganze Liebe der EU ergießt. Oder mit lupenreinen KGB-Fetischisten oder gleich der Verbrecherhöhle Vereinte Nationen, man wartet geradezu auf immer absurdere Kandidaten.

Deutsche Realpolitiker haben vor 100 Jahren nicht verstanden, weshalb England bereit war, sich für einen „Fetzen Papier“, die belgische Unabhängigkeit, zu schlagen. Heute ist ganz Westeuropa blind für das, was ihm unter der Nase weggenagt wird, für seine Werte, seine Freunde, seine Freiheit. Ich hoffe ja, daß es nicht zu spät ist für Einsicht und Umkehr, selbst Dany le Rouge ist ja offenbar zu Erstaunlichem fähig. Am Ende des Tages, möge er in weiter Ferne liegen, wird Moralpolitik sich als die bessere Realpolitik erweisen.

Zum Argumentum ad Hitlerum: Dem Westen gegenüber hat sich „Herr Hitler“ recht lange als Sachwalter berechtigter Anliegen zu geben gewußt, zumal den Siegern des Great War durch ihre Versailler Sünden und ihren eigenen Antisemitismus der Blick auf das Böse im Führer wirksam verstellt wurde. Als Lehrstück in westlicher Realpolitik taugt die Zeit von ’33 bis zum Beginn der 40er Jahre also durchaus. Was im Innern nach Nürnberger Gesetzen und Reichskristallnacht, was im Osten nach dem 1.9.1939 und dem 22.6.1941 geschah, das allerdings taugt wenig, um Putins Handeln vorauszusagen. In der Tat liegt bei Hitlers Erwähnung regelmäßig ein Fall von Godwins Gesetz bzw. für das Schmidtsche Nazometer vor. Die westliche Selbstblendung aus Selbsthaß ist dagegen etwas Neues in der Geschichte, da müssen wir auch neue Antworten finden.

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Kein Kommentar

Geschrieben von califax am Montag, 28. September 2009

Wahlkreise_2009Wahlkreise_Erststimmen_2009

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Nicht schlecht

Geschrieben von califax am Sonntag, 27. September 2009

Wenn das Wahlergebnis nun den derzeitigen Prognosen entspricht, bin ich einigermaßen zufrieden. Daß die SED so gut abschneiden würde, ließ sich bei schlechter Wahlbeteiligung und der SPD als Steigbügelhalter kaum vermeiden.

Die SPD hat für das letzte Jahr und die Geldverschwendung in der Krise unverdient hoch abgeschnitten. Aber der Absturz sitzt doch ordentlich. Und die Union hat das zweitschlechteste Ergebnis der BRD eigefahren. Völlig verdient. Die Piraten haben mit 2% nicht schlecht abgeschnitten.

Das einzige, was mich stört, ist die Regierungsbeteiligung der Union. Meine Wunschkoalition wäre FDP+PPD. Aber man kann ja nicht alles haben.

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Deppendeutsch und Diskriminierung Behinderter

Geschrieben von califax am Freitag, 25. September 2009

Das die Linke dem Benachteiligungsverbot behinderter Menschen, Artikel 3,3 und den Gleichstellungsgesetzen folgend, wenigstens im Wahlkampf die noch immer benachteiligten zu berücksichtigen versucht, ist ja ein lobenswerter Ansatz, so wie sie es allerdings tut, eine schallende Ohrfeige und eine Diskriminierung allererster Güte und ein Beispiel wie man es nicht machen sollte. Als selbst Betroffener, habe ich bei allen, mir bekannten, von sehr unterschiedlichen Behinderungen Betroffenen nachgefragt und das folgende Meinungsbild erhalten:

Sehbehinderte Menschen, die sich mit Lupen mühsam einen Weg durch Texte suchen, fühlen sich verar…., Vertreter von Lernbehinderten wagen es nicht ihren Mitgliedern oder Klienten das Machwerk vorzulegen, weil sie fürchten was auf die f….. zu kriegen, Gehörlose und Hörbehinderte verbitten es sich, auf dem Niveau von 2-jährigen angesprochen zu werden und Körperbehinderte, Psychisch Erkrankte, Epeleptiker und viele andere mehr erklären übereinstimmend, das man sie bei den Linken nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

(Quelle: Scharf Links)

Worüber regen die sich so auf? Schauen wir mal:

Liebe Wählerin,
lieber Wähler,

Am 27. September 2009 ist Bundes-Tags-Wahl.

Da können Sie bestimmen.
Welcher Politiker oder welche Politikerin
im Bundes-Tag arbeiten soll.
Das ist das Wahl-Programm von den GRÜNEN.
Da steht drin, was wir alles machen wollen.

Was ist was?
Hier erklären wir die schweren Worte.
Dann können Sie besser verstehen,
worum es uns geht.
Arbeitslosen-Geld 2
Das Geld bekommen Menschen,
die keinen Arbeits-Platz haben.
Das Geld bekommt man vom Staat.
Ausbildung
Das bedeutet etwas lernen.
Zum Beispiel einen Beruf.
Dann macht man eine Berufs-Ausbildung.

Ausgrenzen
Menschen werden oft ausgegrenzt,
wenn sie anders sind.
Zum Beispiel behinderte Menschen.
Oder Menschen,
die nicht in Deutschland geboren sind.
Man will sie nicht als Freunde haben.
Oder als Nachbarn.
Bio
Bio bedeutet:
Das ist gesundes Essen.
Zum Beispiel:
Das Gemüse und Obst wächst ganz natürlich.
Ohne ungesunde Mittel,
damit Äpfel besser aussehen.
Oder Erdbeeren größer werden.
Oder nicht so viel Unkraut zwischen
dem Gemüse wächst.

Energie
Energie brauchen wir zum Beispiel:
• zum Heizen
• für Licht
• und zum Auto-Fahren.
Energie ist zum Beispiel der Strom
aus der Steck-Dose.

Gewalt-Schutz-Gesetz
Das Gesetz hilft zum Beispiel Frauen,
wenn sie von ihren Männern
geschlagen werden.
Die Frauen können sich dann wehren.
Und können zu ihrem Mann sagen:
Du darfst nicht mehr in unsere Wohnung
kommen.
Das steht in dem Gesetz.

Klima-Wandel
Das Wetter auf der ganzen Welt
nennen wir Klima.
Durch die Abgase wird es immer wärmer.
Dadurch tauen die Eis-Berge.
Dann haben die Meere zu viel Wasser.
Und es gibt Hoch-Wasser.
An anderen Orten trocknet der Boden aus.
Dann wächst dort nichts mehr.

(http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Wahlprogramm/BTW_Programm_leichte_sprache.pdf)

Ja. Ausbildung ist, wo man hoffentlich was lernt. Und Schule aber auch! Zum Beispiel, wie man zusammengesetzte Substantive schreibt und daß schmelzende Eiswürfel den Wasserstand nicht heben, Ihr #+*&%§$! Ach, was reg ich mich auf – Sapir-Whorf-Hypothese zum ersten.

Die Union der &%’§$% und $§&’%*+% macht auch mit und nähert sich gleich im Vorwort dem geistigen Niveau einer von der Leyen:

Anmerkung:
Das sind die wichtigsten Dinge aus dem
Wahl-Programm in leichter Sprache.
Aber nur das Original Wahlprogramm
ist wirklich gültig.

Ja. Und was Ordo, Otto, Oslo, nee, Ortokrapfie! Ja, genau Ottogaphie ist, daß lernen wir nach der Wahl. Oder nie.

(http://www.cdu.de/doc/pdfc/090825-cdu-wahlprogramm-leichte-sprache.pdf)

Die SPD ist wenigstens fair und warnt mit einem Stopschild vor dem Lesen des Machwerks: „Halt! Leichte Sprache“. Das ist in Ordnung, im Straßenverkehr warnt dieses Schild vor Lebensgefahr, weshalb man unbedingt in die Eisen gehen und sich nur höchst wachsam vorwagen darf. Die Analogie zum Wahlprogramm ist treffend erkannt.

Alte Menschen bekommen eine Rente.
Wenn sie nicht mehr arbeiten, bekommen sie trotzdem Geld.
Dieses Geld heißt Rente.

Wir wollen außerdem:
Sehr reiche Menschen sollen von ihrem Geld
etwas für die Bildung abgeben.
Sie sollen mehr Steuern zahlen.
Das Geld soll dann für die Bildung sein.

Wo es ganz offensichtlich dringend gebraucht wird. Obwohl es den Verfassern und Finanziers dieses Schrotts wohl nicht mehr helfen wird.

Sollte die SPD die Wahl nicht gewinnen, wird es aber ganz sicher nicht am Ehr-Geiz liegen:

Wir wollen weniger Erd-Öl.
Auch aus Erd-Öl kann man Strom machen.
Aber dabei entstehen auch viele Abgase.
Das ist schlecht für die Umwelt.

Ich will der S-P-D helfen.

Das ist, man macht was gutes.

Die S-P-D will weniger Erd-Öl.

Deshalb kaufe ich ein Auto, das ganz viel Erd-Öl wegmacht.

Dieses Auto hat SOOOOOOOOO viele Pferde-Stärken.

Sapir-Whorf zum zweiten.

(http://www.spd.de/de/pdf/bundestagswahl09/Regierungsprogramm_LeichteSprache.pdf)

Und hier zur Partei, die oben von ihrer Zielgruppe gewatscht wurde:

Die Regierung hat den Banken Geld gegeben.
Von den Steuern, die wir alle bezahlen.
Die Regierung ist eine Gruppe.
In der Gruppe sind Politikerinnen und Politiker.
Die Gruppe entscheidet alle wichtigen Sachen für das Land.

Gut, daß wir das schnell nochmal geklärt haben. In einem Wahlprogramm.

Die Beschäftigten müssen dafür mit-bestimmen dürfen.
Mit-Bestimmen heißt, eine Person darf bei einer Sache mit
entscheiden.
Die Person darf Vorschläge machen.
Die Person darf bei wichtigen Sachen mit
abstimmen.
Nur so können Massen-Entlassungen
verhindert werden.

Sapir-Whorf-Hypothese zum dritten.

Das Geld für die Banken und Firmen darf nicht von den
Bürgerinnen und Bürgern kommen.
Sondern von einer Steuer für Millionäre.

Aber ehrlich sind sie. Wohl in der Hoffnung, die Zielgruppe wäre auf dem geistigen Niveau der Sprache, die man ihr zumutet, posaunt man so mal schnell das eigene Menschenbild in die Welt hinaus. Was ist eigentlich Volks-Verhetzung?

(http://die-linke.de/fileadmin/download/wahlen/pdf/buta_09_wahlprogramm/Kurzwahl-Programm_in_leichter_Sprache-5.pdf)

Irren-Haus

Das ist ein Haus.

Ein Haus ist ein Platz.

Der Platz hat eine Wand drum-rum

Und der Platz hat eine Wand oben.

Die Wand oben liegt  flach auf  der Drum-rum-Wand drauf.

Aber nur wenn der Platz ein Haus ist.

Und das Irren-Haus ist ein Haus für Irre.

Die sind da eingesperrt.

Die sind nämlich alle gaga-gaga, bulli-bulli und plem-plem.

Und sprechen Leichte Sprache.

(Gefunden beim Zettel. Und der Gorgasal ist schuld.)

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SPDost+KPD -> SED -> SED/PDS -> PDS -> PDS.Linkspartei -> Linke+SPD -> SED

Geschrieben von califax am Freitag, 25. September 2009

Kommt unter dem Exkommunisten Steinmeier zusammen, was nach Ansicht der JuSo-Funktionärskaste zusammengehört? Vor einem Jahr hätte ich den Urheber dieser Spekulation noch für verrückt gehalten. Damals hielt ich den sozialistischen Irrweg und die Andienerung an die SED noch für einen Querschläger, eine temporäre geistige Umnachtung, nach der hoffentlich bald wieder Vernunft einkehren würde.

„Er hört die Signale“ heißt ein Artikel in der Zeit, indem voller Hoffnung spekuliert wird, daß Steinmeier den Grotewohl macht. Ich bin mir nicht sicher, ob Steinmeier nach der Wahl noch lange genug im Sattel sitzt. Aber dann stünden beispielsweise Nahles und Wowereit bereit, den Grotewohl zu machen.497px-SED_Logo.svg Es ist symptomatisch für die Wirklichkeitsverdrängung und Selbstüberschätzung der SPD-Führung, daß sie tatsächlich meint, für die SED mehr als Steigbügelhalter und Büttel sein zu dürfen. Diese „Fusion“ wäre eine Übernahme. Seit 1946 haben die Kommunisten an dieser Übernahme gearbeitet. Sie sind diesem Ziel nie so nahe gewesen wie heute. Es wäre nach dem ideologischen Selbstmord dann auch der formale Tod der Sozialdemokratie in Deutschland. Ich halte das Szenario des Artikels für durchaus plausibel, würde aber nicht auf die Sattelfestigkeit Steinmeiers setzen. Und das Szenario der endgültigen Vereinigung, der nun auch im Westen durchgedrückten Gründung  der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, ist beängstigend vorhersagbar: Nach harten Verhandlungen gibt die „Linke“ voller Großmut das Spitzenamt an einen SPDler ab. Wie Ulbricht nach dem Krieg beim Aufbau der DDR, wie Ramelow jetzt in Thüringen.

„Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“

(Walther Ulbricht)

Ein verärgerter Kommentar unter dem Artikel empfiehlt, man solle sich doch mal in SPD-Ortsvereinen umschauen, ehe man einen solchen Unsinn veröffentliche. Nun, die Ortsvereine wird niemand fragen. Dort sitzen Leute, die arbeiten. Viele haben noch nicht einmal studiert. Diese Leute haben Häuse gebaut, Familien ernährt, mit dreckigen Fingern in der Fabrik malocht und Lebenserfahrung angesammelt. Mit sowas hat doch ein ehrlicher Juso freiwillig nichts zu tun. Der geht von der Schule direkt in die Politik, studiert ein paar Semester, meidet Fabriken und Handwerksjobs wie die Pest, macht irgendwas mit Medien oder Lehramt. Hauptsache was leichtes. Die Entscheidungen über die Grotewohlpolitik werden in dieser Jusokaste von Funktionär zu Funktionär  getroffen. Den Ortsvereinen wird man das dann „kommunizieren“ und „vermitteln“. Es wird wiedermal die allerliebste Phrase der heutigen Apparatschiks fallen: „Da bin ich ganz bei Dir.“  Und die Ortsvereine werden wieder einen Haufen Mitglieder verlieren, aber mit der Restbelegschaft den Kopf einziehen, weil man schließlich schon immer SPDler war und es auch bleiben wird, solange nur ein Grotewohl vom Plakat grinst.

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Autsch!

Geschrieben von califax am Donnerstag, 24. September 2009

Richtig, die Welt hat sich weiter entwickelt, und genau das stellt ja für die BW heute das Problem dar, nämlich dass seinerzeit die gesamte Ausrüstung für das „strategische Aussitzen der Bedrohung durch den Warschauer Pakt“, auch fälschlicherweise Gammeldienst genannt, durchaus zweckmäßig war, und zwar immer dann, wenn man sich nicht besonders soldatischen Aufgaben hingab.

Das war jetzt aber gar nicht nett. :)

Der ganze lesenswerte Kommentar findet sich bei Augen geradeaus.

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Von Kleinkindern mit Augenklappe

Geschrieben von califax am Mittwoch, 23. September 2009

Wer sich das gegenwärtige Niveau der Piratenpartei einmal genußvoll anschauen möchte und das wahlweise strunzdumme oder verlogene Eigentor mit der Jungen Freiheit für einen Ausrutscher hielt, wird deren Selbstdarstellung  in anderen Fällen lieben: „Gezielte Falschdarstellungen in den Medien„.

Quizfrage:

Wie alt ist der Typ? Drei Jahre? Vier Jahre? Wenn man dem Klischee folgend einen starken Nerdfaktor einkalkuliert, könnte es ein des Lesens und Schreibens kundiges Vorschulkind sein. Bei einem Erwachsenen müßte man das Schlimmste befürchten, denn wie Ausdruck und Inhalt seines offenen Briefes nahelegen, ist er in seiner geistigen Reifung nie über die Haben-Wollen-Phase des Vorschulalters (etwa zwischen 3 und 5) hinausgekommen. Was auch so ziemlich dem Auftreten dieser Kinder in Onlineforen und ihren Ansichten zum schöpferischen Eigentum anderer entspricht. Kleinkinder sogar in der Wahl ihrer dümmlich-naiven Ausreden, wenn sie bei einer Dummheit erwischt wurden. Siehe Popp.

Ich glaube, daß die zumeist selbstgewählte IT-Inkompetenz der meisten Abgeordneten in unseren Parlamenten inzwischen ein Ausmaß erreicht hat, daß eine Partei, die gezielt Leute mit zumindestens minimalen Computerkenntnissen rekrutiert, eine strategisch wichtige Lücke füllt, daß sie dringend notwendig ist um wenigstens minimalen Wirklichkeitskontakt in die Parlamente zurückzubringen. Denn inzwischen ist es eben keine irgendwie sympathische Macke mehr, mit diesem Interdingens nicht viel am Hut zu haben. Inzwischen ist es für legislative und ökonomische Entscheider eine fatale Weltfremdheit, vergleichbar mit einem Herrscher, der mitten im 20 Jahrhundert noch auf Postkutschen setzt und von Funkwellen und Teledingens verlangt, sie sollten gefälligst die Pferde gut füttern.

Nur, offensichtlich ist die Stunde der Pirate zumindestens in Deutschland noch nicht gekommen. Das einzige mir bekannte erwachsene Mitglied ist Tauss. Der Rest erscheint  als eine Horde herumquengelnder unerzogener Einzelkinder im Netz.  Ausgerechnet im Netz, wo sich die Piraten doch wie Fische im Wasser bewegen sollten.

Tja. In vier Jahren nochmal. Vielleicht.

Nachtrag:

Hier werden dieses kindische Benehmen und die Spitzelaffaire um Rüttgers schön aufs Korn genommen – Wieso ist es Bespitzelung, wenn man öffentliche Auftritte filmt, aber ganz ok, wenn man privaten Emailverkehr abfängt und in der Zeitung veröffentlicht?
Spitzel und Piraten – oder: Investigativer Journalismus in Not.

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Ich werde wählen

Geschrieben von califax am Mittwoch, 23. September 2009

Ich weiß aus Erfahrung, dass auch die FDP frühestens am 27. September um 18.01 Uhr eine Bewertung des Wahlergebnisses vornehmen kann und wird.

(Steinmeier in der Süddeutschen Zeitung zur Koalitionsaussage der FDP.)

  • Nach Ypsilantis Verrat an den Wählern;

  • nach dem Exempel, das wütende Linksextremisten an den letzten aufmuckenden Demokraten in der SPD anschließend statuiert haben;

  • nachdem die SPD außenpolitisch nur noch als Erfüllungsgehilfe Putins auftritt und unsere außenpolitischen Beziehungen zu Polen und den USA gründlich ruiniert hat;

  • und den ersten Bundeskanzler der deutschen Geschichte stellte, der den kaum zu vertuschenden Eindruck hinterläßt, noch während seiner letzten Amtszeit von einer ausländischen Macht eingekauft worden zu sein;

  • und dieser nun auch noch als Zugpferd in den Wahlkampf geschickt wird – wie um zu zeigen, daß es endgültig keinerlei Schamgrenzen mehr gibt.

  • nachdem sie wirtschaftspolitisch die Methoden der DDR aus der Mottenkiste holt;

  • nachdem sie die Bundeswehr in den Krieg schickt, SPD-Abgeordnete den Soldaten aber die nötige lebensrettende Unterstützung verweigern;

  • nachdem sie allen ernstes auf Bundesebene ein Bündnis mit den Grünen anstrebt,

    • die Deutschland durch Austritt aus der NATO außen- und sicherheitspolitisch isolieren wollen,

    • die in einer „Friedensbewegung“ aktiv sind, deren aktuelle Hauptforderung möglichst viele tote Bundeswehrsoldaten sind,

    • die Appeasement und vorauseilenden Gehorsam gegenüber brutalen islamistischen Unterdrückungsfantasien praktizieren

    • und bereit sind, eine ganze Volkswirtschaft zu ruinieren, wenn dafür nur erwachsenen Bürgern mit Zwang diktiert wird, was ein paar esoterische Bildungsversager für gesund halten

  • nachdem sie offensichtlich auf die Linie Grotewohls eingeschwenkt ist und sich den heutigen Kommunisten, einem Bündnis aus trotzkistischen Sekten, autonomen Randalierern und antisemitischen Altstalinisten, andienert;

  • nachdem sie allen Ernstes meint, wir wären dumm genug, um es zu schlucken, wenn die SPD ihre eigene Regierungspolitik der Opposition in die Schuhe schieben will;

  • und die geradezu idiotischen Fehler der auch SPD-geführten Landesbanken als Versagen des Marktes hinstellt und noch mehr staatliche Führung in den Banken wünscht, gleichzeitig auf diejenigen Banken eindrischt, die erfolgreich und verantwortungsvoll durch die Krise gekommen sind und Gewinne machen, statt Steuergelder zu verprassen;

  • nachdem man mit Opel einem privaten Unternehmen mit unverkäuflichen Produkten gepumpte Staatsgelder hinwirft, damit erfolgreiche Konkurrenten Mitarbeiter entlassen müssen und die Russen kostenlos an teures Know How kommen – eine einzigartige Subvention an die russische Autoindustrie, die Opel nicht retten aber VW und BMW massiv schaden wird;

  • nachdem man mit der Abwrackprämie die wirklich allerdümmste Form der Wirtschaftssubvention gewählt hat, da die Probleme der Autoindustrie dadurch nur verschärft werden während der Staat 5 Milliarden Euro Schulden machen mußte;

  • nachdem man nun allen Ernstes meint, uns verarschen zu können, indem man das Grotewohlbündnis in Thüringen hinter die Bundestagswahl verschiebt;

  • nach zunehmend unglaubwürdigeren und verlogeneren Aussagen, man werde nicht die SED in die Bundesregierung holen – na, jedenfalls nicht gleich und der Bundesrat zählt ja nicht

hat sich Steinmeier nun also doch verplappert. Das hält er also ganz offiziell von Koalitionsaussagen vor der Wahl. Danke für die Aufklärung. Die Grotewohlkoalition ist längst beschlossene Sache. Spannend wird nur noch der Machtkamp innerhalb der SPD, wer denn dann den Grotewohl spielen darf: Nahles oder Steinmeier? Oder Wowereit? Oder kommt ein Come-Back der Ypsilanti? Und wird die SED tatsächlich noch soviel Respekt vor ihren Bütteln haben, daß sie nicht gleich selbst die Führung beansprucht? Ramelow und seine Führungskader werden für seinen Großmut einen  Preis verlangen. Und ein Lafontaine ist deutlich teurer als ein Ramelow.

Die Sozialdemokratie ist am Ende.

Es gibt nur noch drei linksradikale Parteien, die wirtschaftspolitisch und außenpolitisch die Idiotien des 20.Jahrhunderts wiederholen wollen. Stattdessen hat die CDU nun sozialdemokratische Stellungen bezogen und ergänzt sie mit etwas christlichem Konservativismus und pragmatischer Durchwurschtelei.

Was bleibt?

Die Grünen sind wegen ihrer außen- und sicherheitspolitischen Idiotie nicht mehr wählbar. Im Innern und auf EU-Ebene werden sie von oberlehrerhafter Arroganz und Weldfremdheit in absurdeste Regulierungswut getrieben. Grüne Wirtschaftspolitik ist das Pendant zur Konsumpolitik der DDR – Der Große Bruder weiß am besten, was wir essen dürfen, was wir anziehen dürfen, welche Autos wir brauchen, wie wir reden sollen, welche Lieder wir singen dürfen, wie man Kinder richtig erzieht, wohin wir reisen dürfen, in welcher Branche wir arbeiten dürfen, … Das ist keine Partei mehr, das ist eine Diagnose.

Die Union? Von der Leyens Lügenkampaigne in Sachen Netzzensur, Landesbanken, Opelverarsche, Abwrackprämie, EU-Politik, Inkompetenz in IT, Seehofer, Bündnis mit SPD und Grünen möglich – unwählbar.

Die Piraten? Die wollen im Urheberrecht in die Zeit des Frühbarock zurück. Alternativ auch mit DDR-Verhältnissen bei der Entlohnung der Künstler. „Staatlich angestellter Unterhaltungskünstler|Kunstmaler|Schriftsteller“, hmmm. Gerne auch mit Prädikat und Jahresprämie für besonders gesellschaftskritisch-konstruktives Engagement. Die können mich mal. Vielleicht wird irgendwann einmal eine ernstzunehmende Partei draus. Die Hirnmasse hätten sie.

Was bleibt, ist die letzte Partei mit Leuten, die nicht rausgeschmissen werden, nur weil sie Grundrechenarten, Eigenständigkeit und Freiheitsliebe nicht für Teufelszeug halten.

Westerwelle wäre wohl nicht mein Außenminister. Er will immer noch die Konflikte des Kalten Krieges lösen und hat nicht bemerkt, daß sich da mittlerweile einiges geändert hat. Die paar Kernwaffen, die die Amis noch in Deutschland haben, sind weder für Deutschland noch für die Russen gefährlich. Letztere erwähnen diese Waffen nicht einmal, obwohl sie doch sonst geradezu hypochondrisch reagieren. Und Abrüstung? Was sollte denn Deutschland noch abrüsten? Die Bundeswehr ist ja jetzt schon kaum noch kampffähig. Was die Pazifisten fordern, erfüllt in Deutschland der Finanzminister.

Aber wirtschaftspolitisch denkt man in der FDP vernünftiger. Man hat in dieser Partei keine so große Panik vor Wissenschaft und Technik. Man hat glaubwürdig vor, die Steuerspirale endlich zu stoppen und den Menschen ihr Geld zu lassen, statt damit immer neue Umerziehungsprogramme und Wirtschaftskatastrophen zu finanzieren.

Man hat dort schlicht Respekt vor dem Leben und Eigentum anderer Menschen. Ich habe als Kind den Unterschied zwischen Meine und Deine gelernt. Und ich habe gelernt, daß man nicht besser ist als andere und diese nicht mit Gewalt zwingen darf, mitzuspielen. Das gehörte zu den Grundlagen der Kinderstube, zum Minimum an Respekt gegenüber anderen Menschen und zu den Grundlagen des Miteinander. Das wurde mir im Kindergartenalter beigebracht. Bei Grünen, Roten und Schwarzen scheint es eine Kindererziehung dieser Art nicht gegeben zu haben. Die FDP ist derzeit die einzige Partei, in der man noch diese grundlegende moralische Basis wiederfindet. Und ja, ich glaube wirklich, daß es gerecht ist, wenn man mit Fleiß, Geschick und Geschäftssinn reicher, sehr viel reicher, wird als mit Antragsformularen und frühkindlichem HABEN-WILL!-Gequengel.

Ich habe von den Lügen und von der schier bodenlosen Dummheit, Verlogenheit und Dreistigkeit des diesjährigen Wahlkampfes mit all dieser zutiefst asozialen Staatsgeldverschwendung die Schnauze gestrichen voll. Es sind ja nicht einmal Steuergelder, das ist ja auch eine Lüge! Es ist gepumptes und teuer verzinstes Geld!

Ich werde wählen gehen.

Ich werde mit beiden Stimmen FDP wählen. Auch wenn meine Direktstimme gegen den CSU-Kandidaten nicht viel ausrichten wird. Die CSU-Leute sind für mich nicht wählbar. Guttenberg wäre es vielleicht, aber der tritt woanders an. Der CSU-Kandidat hier wird wohl trotzdem gewinnen. Aber vielleicht bekommt der FDP-Kandidat genügend Prozente, um die Unterstützung zu spüren. Und vielleicht machen ja hinreichend viele Menschen dasselbe, um auf diese Weise gegen die Rückkehr der Stasioffiziere an die Macht zu votieren und die Union mit ihren von der Leyens und Schäubles endlich etwas einzuhegen, ein Job der von den Roten nicht zu erwarten ist, wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat.

Beide Stimmen FDP. Mir reichts.

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Treffer, versenkt!

Geschrieben von califax am Dienstag, 22. September 2009

Eines der lesenswerteren Blogs im deutschen Sprachraum nimmt sich die Sprache im Wahlkampf vor:

Verständlichkeit

Kann ich eigentlich Deutsch? – Manchmal bekomme ich Zweifel.

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