Wanderer, kommst Du nach Erlangen…
Verfasst von califax am Samstag, 13. Juni 2009
Eine winzige Tanzfläche an drei Seiten von Stuhlreihen umgeben, Requisiten ein übriggebliebenes Ikeabett und ein, ähm, künstlerisch bemaltes Stufenregal. Dazu ein Tontechniker, der Soundschnipsel einspielt und Laienschauspieler. Die Inszenierung natürlich irgendwie modern. Das kann nur eine Katastrophe geben. Und die gab es dann auch. Procter wurde erst gegen meinen erbittert widerstrebenden Zynismus Symphatieträger und dann hingerichtet. Mist, verdammter. Hätte man auch vorher wissen können.
Dazwischen gab es zweieinhalb Stunden großartige Unterhaltung. Spannend, packend, fesselnd, obwohl das Stück bekannt und mir verhaßt ist. Die Schauspieler waren überwiegend so verdammt gut, daß man sich beim Fernsehen hinterher die Augen zuhalten möchte. Abigail (eine miese hysterische Schlampe vor dem Herrn), Procter als verstockter unbeugsamer Held, Mary, die Reverends, der Richter und sein Diener waren fast immer bis in die letzten Gesichtszüge glaubwürdig und beeindruckend. Schlecht oder peinlich war niemand. Ich hab mich keine Sekunde gelangweilt.
Und es wird scheinbar nur noch eine einzige Aufführung geben:
Mittwoch, 17.6 19:00 Frankenhof Nr. 35. ,
Sitzplatzreservierung bei hexenjagd2009@web.de,
Eintritt frei, aber ein Spendenhut nach Vorstellung.
Getränke und Brezen für kleines Geld (Sekt € 1,50, Breze € 1,-).
Nachtrag (die Macher):
Darsteller:
- Sophia van Treek (Tituba)
- Dany Knechtel (Abigail Williams)
- Sylvia Krüger (Mary Warren)
- Sibylle Steinhauer (Mercy Lewis)
- Isa Eckl (Betty Paris)
- David Becker (Reverend Paris)
- Claudia Reuther (Ann Putnam)
- Gabor Boszik (John Proctor)
- Tesa Angebrandt (Rebecca Nurse)
- Marco Feuerstein (Giles Corey)
- Martin Seeburg (Reverend Hale)
- Marie-Christin Schwab (Elizabeth Proctor)
- Thomas Jacob (Williard)
- Michael Hörner (Danforth)
Regie: Matthias Nadler
Dramaturgie: Levin Handschuh
Licht:
- Dr. Holger Brünner
- Steffen Waadt
- Martin Ritzmann
Ton: Christian Kliemann
Souffleuse: Irmgard Oeser
Verkauf: Marc Haller
Colombia sagte
Na dann werde ich mal schauen, ob ich da evtl. hinwandere…
califax sagte
Warnung: Es könnt auch die Hausnummer 39 sein. Auf jeden Fall ist es der Eingang zum Studentenwohnheim des Komplexes.
Und eine große Bitte: Berichten Sie bitte, wie es Ihnen gefallen hat!
Ich werde nicht noch einmal hingehen, weil ich das Stück selbst nicht mag und bei einer zweiten Vorstellung nur anfangen würde, erste und zweite Vorstellung zu vergleichen. Damit würde ich mir nur den Abend kaputtmachen. Ich bin aber sehr gespannt, ob die Truppe immer so gut spielt und wie andere das finden.
Colombia sagte
Ich werde es schon finden, am Frankenhof halt.
Die Adresse ist übrigens „Südliche Stadtmauerstr.“ und nicht „Frankenhof“, falls noch jemand hingehen möchte. Ich selber weiss leider noch nicht, ob ich denn auch Zeit habe.
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