Opel sei gerettet, tönt es jetzt überall. Ist das so?
Die Opelwerke in Deutschland stellen Fahrzeuge her, für die es nicht genügend Käufer gibt. Deshalb sind sie ja praktisch pleite. Weil sie überflüssig sind. Sie produzieren in Massenproduktion eine Ware, die niemand in dieser Masse haben will.
Deutschland pumpt 1,5 Milliarden Euro knappes Steuergeld in die vier Werke und bürgt für insgesamt 4,5 Milliarden. Wenn Opel also wie vorherzusehen pleitegeht, müssen aus Steuergeldern bis zu 4,5 Milliarden Euro Schulden bezahlt werden. Die zahlen nicht etwa die neuen Eigentümer. Die Eigentümer zahlen einmalig einen dreistelligen Millionenbetrag. Ein Schnäppchen. Die Werke sind nicht einmal soviel wert. Die Patente sind vermutlich ein Vielfaches davon wert.
Magnas Geld kommt vom russischen Staat. Die wahrscheinlich unfähigste und inkompetenteste Autofirma der Welt, GAS, bekommt dafür die Lizenzen, um Autos mit Opeltechnik zu bauen. GAS hat es in den zwanzig Jahren seit Gorbatschow nicht geschafft, ein neues Auto zu entwickeln. GAS baut immer noch die uralten 60er-Jahre-Schlitten. Zum Vergleich: Die ebenfalls russische Autofirma Lada verkauft erfolgreich in ganz Europa und hat bereits in den 90ern neue Fahrzeugmodelle eingeführt. Es liegt also nicht an den Rahmenbedingungen. Es liegt an GAS.
Wer braucht die Opelwerke? GAS braucht sie nicht. GAS muß in Rußland und Nachbarschaft gegen einheimische und westliche Konkurenz antreten. Produktionskapazität hat GAS genug. Was fehlte, ist das technische Know How. Das kauft man jetzt auf Kosten des deutschen Steuerzahlers ein. Magna erhält dafür in GAS einen neuen vom russischen Staat begünstigten Großkunden. Magna braucht keine Opelwerke, denn wer sollte die ganzen Opelfahrzeuge in Deutschland kaufen? Die sind ja nun nicht über Nacht viel preiswerter und besser. Sie sind immer noch unverkäuflich.
Und was bekommt der deutsche Staat nun für sein Geld? Eine unverbindliche Absichtserklärung, in welcher Magna und GM versprechen, über die noch strittigen Detailfragen zu verhandeln. Wenn sie sich nicht einigen, zahlt der deutsche Staat bis zu 4,5 Milliarden, und Opel wird dichtgemacht. Die „Rettung“ findet gar nicht erst statt.
Und wenn sie sich einigen?
Nach einer Schamfrist von einigen Monaten, vielleicht einem Jahr, wird Opel dichtgemacht, weil ja immer noch niemand Opelfahrzeuge kauft. Deutschland zahlt die Schulden. Magna hat aus deutschen Steuergeldern die erfolgreichste Großkundenaquise des neuen Jahrtausends eingefuchst, GAS hat für einen Spottpreis und finanziert aus deutschen Steuergeldern moderne Technik für den russischen Markt eingekauft.
Die große Koalition hat im Wahlkampfwahn bis zu 4,5 Milliarden Euro verschwendet, die man dann bei Sozialleistungen, Bildungsprogrammen und Investitionen rauskürzen muß. So zerschlägt man erfolgreich den Sozialstaat.