Brechreiz
Verfasst von califax am Mittwoch, 21. Januar 2009
Krieg ist das letzte.
Und der Dauerkrieg in Nahost ist einer ekelhaftesten Kriege auf der Welt. Nicht, weil er so wahnsinnig viel Leid verursacht – ein durchschnittlicher Krieg wütet sehr viel schlimmer – sondern weil es bei diesem Krieg so viele Leute gibt, die meinen, man müßte das ganze auch noch vom bequemen Sofa aus verherrlichen und die Opfer für mieseste Kampaignen und Revoluzzergehabe mißbrauchen.
Und scheinbar ist keine Lüge so dumm und mies, daß man sie nicht ins Feld führen könnte, um sich unter irgendeinem Hetzplakat zu suhlen.
Gerade geht das Gemetzel in Gaza weiter – diesmal wieder die Hamas gegen die eigene Bevölkerung. Das UNRWA hat erstmal alle Hilfslieferungen eingestellt, weil die HAMAS die Hilfstransporte beschießt und plündert.
Es sind wohl einfach noch nicht genug Menschen für diesen „Widerstand des palästinensischen Volkes“ verreckt.
Und das ist ekelhaft.
Ich kann Haß und Wut bei Leuten verstehen, die dort leben, die das ständige Hin und Her aus Terror, Ausbeutung und Kampfhandlungen über sich ergehen lassen müssen. Aber die europäischen Sofarevoluzzer, die je nach ihrer Präferenz über Bombardements oder Terroranschläge jubeln, sind das letzte.
Das absolut allerletzte.
Denn diesen Leuten, den „Freunden“ Palästinas und Israels ist es in Wirklichkeit scheißegal, wie es den Palästinensern oder den Israelis geht. Sie wollen sich nur mit dem Blut und Leid anderer Leute als Vertreter der einzig guten Sache fühlen.
Und das ist widerwärtig.
Boogie-L sagte
Danke!!! Ich habe selbst mal in Israel gelebt und mir geht diese Auseinandersetzung hier echt auf den Geist. Wahlweise hetzen die Leute mit scheinbarer moralischer Unfehlbarkeit, Dummheit und antisemitischem Einschlag („schluss mit political correctness!“) gegen Israel oder aber sie verherrlichen Israel völlig undifferenziert und aus, gelinde gesagt, zweifelhaften Motiven (von denen blinder Hass auf den Islam, christlicher Fundementalismus und pervertierte Schuldgefühle nur einige sind). Beiden Gruppen ist gemein, dass sie ihre eigenen Wünsche und Ängste sowie ihr beschränktes Weltbild auf den Nahen Osten projizieren.