Sozialdemokratisches Irrenhaus
Verfasst von califax am Freitag, 17. Oktober 2008
Man hat sich jetzt also auch auf Bundesebene von der Realität verabschiedet.
Man nehme folgendes Problem: Eine verfehlte Sozialpolitik in den USA sowie ein in den USA verbreiteter Leichtsinn mit Krediten haben dazu geführt, daß faule Kredite angehäuft wurden. Die unter anderem von SPD-Politikern beaufsichtigten deutschen Staatsunternehmen haben diesen Schrott gekauft und damit dazu beigetragen, den Sprengstoff weiter anzureichern.
Die sozialdemokratische Lösung: Der Nachbar verdient zuviel! Der verdient ja mehr als ich! Skandal! Das gehört verboten!
Das eine hat nicht das geringste mit dem anderen zu tun. Aber Ressentiments, blanker irrationaler Haß und die verzweifelte Suche nach Sündenböcken sind offenbar das letzte, was in der SPD noch von Politik geblieben ist. Diese Partei ist einfach nicht mehr wählbar. Mal ganz im ernst gefragt: Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Sozialismus und Nationalsozialismus? Die Denkweise ist identisch. Die propagierten einfachen „Lösungen“ sind identisch. Das Ausmaß an Dummheit, Haß, Verblendung und Borniertheit ist gleich.
Es ist ein Tanz im Irrenhaus.
marcellimamilanoludwig sagte
naja doch: jene Banker deren Häuser pleitegegangen sind (oder ohne Staatshilfe gehen würden) verdienen tatsächlich zuviel – auch wenn wir noch nicht ganz amerikanische Verhältnisse haben:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,584916,00.html
Spruance sagte
Und jetzt geht das Geschrei los: Wenn 400 Mrd Euros zu haben sind um ein paar Banken zu retten, dann mussen doch auch ein paar Milliarden für [beliebigen Zweck einfügen] da sein! Es ist schließlich auch Wahlkampf. Wer weiß, vielleich mündet das alles jetzt, wo der Ruf schon ruiniert ist, in einem Ausgabewettlauf, bei dem’s auf ein paar -zig Milliarden einfach nucht ankommt.
califax sagte
Konjunkturprogramm. Auch so eine schöne Idee für Fehlschlüsse:
Problem: Keine Autoexporte in die USA, keine Maschinenexporte an Leute, die in die USA liefern.
Lösungsvorschlag: Großprojekte in der Baubranche!
Das wird die Arbeiter bei BMW aber freuen, wenn irgendjemand einen völlig unnützen Büroturm für irgendeine Behörde baut.
Oder wie wäre es mit nützlichen Großprojekten? Die helfen zwar auch nicht gegen die Konjunkturschwäche, aber sie wären halt nützlich. Wie wäre es mit Kernkraftwerken? Kohlekraftwerken? Neuen Staudämmen, am besten im Nationalpark?
Doch nicht? Nicht im Wahljahr?
Tja dann…
Spruance sagte
Wie wäre es, nach der bewährten Methode das Unangenehme mit dem Unnützen zu verknüpfen: Gebt dem Bürger einen Teil seines Geldes zurück, das ihr ihm vorher abgenommen habt, und zwingt ihn, damit Dinge zu kaufen, die er selbst nicht gekauft hätte. Zwei blöde Ideen kombiniert müßten doch über jede einzelne weit hinausreichen! Synergie! Alaaf! Helau!
Wann geht übrigens das Narrenschiff? Oh, schon weg…
califax sagte
@ML: Wenn die Eigentümer der Meinung sind, daß der Angeheuerte dieses Geld wert ist…
Wenn man da ernsthaft bessere Bedingungen speziell bei den Abfindungen schaffen will, muss man eben für mehr Konkurrenz auf diesem Arbeitsmarkt sorgen. Dann sehen auch die Verträge ganz schnell anders aus.
1000sunny sagte
Gerade sucht die CSU doch mit aller (noch verbliebenen) Macht Sündenböcke, oder?