Es gibt keine Staus mehr, weil alles zur Fußgängerzone erklärt wurde. Ampeln werden gegen Diskokugeln eingetauscht. Die Hauptstraße wird zum Trimm-dich-Pfad und die Stadtwerke bieten an jedem Wasserhahn wahlweise auch Spezi an.
Die Jusos in BaWü glühen schonmal für den Kommunalwahlkampf vor. Na denn! Ich würde mir übrigens noch fliegende Brathähne und galoppierende Schweinebraten wünschen. Und einen Hex-Hex-Zauberstab für jedermann. Und jeden Tag schönes Wetter. Und daß sich alle ganz doll liebhaben. Und Häuser aus Knusperkeks! Und daß die Autos nur noch mit Schokosofteis fahren und aus dem Auspuff kunterbunte Seifenblasen blubbern, aber die dürfen nicht aus In-die-Augen-brenn-Seife sein sondern aus suuuuuupersüßer Himbeerlimo! Ei fein, so toll kann Politik sein!
Schreckenszenario: Nach einer Meldung des BR wollen sich Maget und Beckstein nun doch ein Fernsehduell liefern. Das wird ein Wettrennen im Ministry for silly walks. Ich weiß nicht, ob ich mir das wegen der Situationskomik anschauen oder wegen der Peinlichkeit weglaufen soll. Meckmeckmeck – höhöhö im Fernsehen mit diesen Fisagen unterlegt. Von den angepriesenen Inhalten gar nicht zu reden. Bleibt uns denn gar nichts erspart?! Hier ein Artikel in der Sueddeutschen.
Auf Spiegel Online: Der Spindoktor spinnt wieder am Rad der Geschichte. Vielleicht hat er auch nur ein Rad ab. Wer es den Nornen gleichtun will, kann sich ja schon mal verhaspeln, ne? Aber wie verzweifelt muss der Kerl eigentlich sein? Ich bin gespannt, was als nächstens kommt.
Riesenempörung weil vernünftige Menschen halt was überziehen, wenn’s kühl wird. Exemplarisch hier im Spiegel. Also wir haben ja bis in meine Jugend hinein auch nur sparsam geheizt, und das liegt gerade mal 15 Jahre zurück. Aber das war halt eine sozialistische Braunkohleheizung, und wir hatten teilweise selbstgestrickte sozialistische Pullover aus Wolle von volkseigenen Schafen. Da war das deshalb gar keine soziale Kälte sondern ein viel ursprünglicheres Leben ohne den heute so furchtbaren Konsumfaschismus, ne? Ich war damals allerdings seltener erkältet als heute…
Es gibt verschiedene Blickwinkel auf Europa, die verschiedenen Auffassungen über Machtverhältnisse, Legitimation und Zukunft der EU entsprechen. Das wird jetzt ein Gebrabbel über europäische Facetten, Aussichten und Strategie. Vielleicht hilft es mir, Ordnung in meinen Kopf zu kriegen.
Nichtexistente Heilkräuter, die aber eingetragene Markennamen des Hauptsponsors sind, ein Professor der Medizin, der niemals Medizin studierte, Tee als Krebsprophylaxe. Die Zeit berichtet über den Abschuß von Bankhofer und – man staunt! – verlinkt die Quellen der Freude.
Am Rande einer Nahkampfdemonstration wies Jung auf die Wichtigkeit dieser Fähigkeiten im Einsatz hin, da der Einsatz der Schusswaffe nur das letzte Mittel sein könne und somit der Nahkampf ein entscheidendes Mittel der Deeskalation sei.
In einer rational durchkomponierten Flügelstruktur müsste sich die SPD infolgedessen auf einen Vorsitzenden einigen, der nach innen schaut, die heiligen Traditionen der Partei ernst nimmt, den Untergliederungen Mut macht, die verschiedenen Flügel zusammenbindet.
Scharping.
Sie müsste sodann einen Kanzlerkandidaten nominieren, der über genügend Raum und Freiheit vom tonangebenden Kern der Partei verfügt, der nicht introvertiert agiert, sondern in die Grenzwählerschaften zur SPD im mittleren Bereich des Spektrums ausstrahlt – und dabei den Rückhalt des Parteichefs genießt.
Schröder.
Und sie bräuchte des Weiteren einen Tribun ganz vorne in der ersten Garnitur, der mit populistischem Instinkt und sicherer Witterung für Emotionen auch die Gefühlslagen diesseits der Mitte spürt und sie in griffige Maximen übersetzt.
Lafontaine.
Wie gut so etwas funktioniert, wissen wir alle. Aber wir wissen auch, wie gut die Politik funktioniert, die der Göttinger mit seinen Schnapsideen gern durchgesetzt hätte.
Die Probleme gehen niemals aus, es können laufend neue hinzudefiniert werden. Irgendwann gehört jeder zu einer Problemgruppe. Was ist mit den Fernsehsüchtigen, den Autosüchtigen, den Kaufsüchtigen? Verdienen sie nicht ebenso Zuwendung, Beratung und Hilfe wie Raucher und Übergewichtige? Bis alle ein drogenfreies, gesundes, wohl temperiertes Leben ohne Exzesse führen bleibt noch viel zu tun. Ob die Bemühungen des Staates solch einen Olymp der Vernunft herbeiführen werden, ist allerdings fraglich. Denn je häufiger die Obrigkeit dem Einzelnen auf den Pfad der Tugend führt, desto mehr verliert er seine Fähigkeit selbst zu urteilen. Der Citoyen degeneriert zum rundum betreuten Volltrottel. „Die Tendenz Europa in einen Kindergarten zu verwandeln,“ schreibt die Schriftstellerin Thea Dorn, „greift die Fähigkeit des Einzelnen an, Situationen richtig einzuschätzen und sich dementsprechend zu verhalten.“
In den letzten Tagen gab’s wenig Zeit zum Bloggen. Zumindestens für die nächsten zwei, drei Wochen wird sich das auch nicht ändern. Höchste Zeit für die Linksammlung.
Wer nicht im Sozialismus gelebt hat, kann sich manches einfach nicht vorstellen. Literaturbegeisterte Proleten zum Beispiel. Einen wunderbaren und unbedingt lesenswerten Rückblick auf die rote Zeit gibt es hier: Bücher für die „Blöden“.
Und der Securitate-Offizier, der mich 1984 in Temeswar verhört und verprügelt hat, wurde im Januar 1990, nach dem Sturz Ceausescus, stellvertretender Chef des neuen Geheimdienstes meiner Heimatstadt. Damit hat es also vielleicht auch zu tun, daß ich immer noch keine Akteneinsicht habe. Aber ich habe etwas anderes, ein Privileg vielleicht. Ich kann mich öffentlich dazu äußern[...]