Blogorama
Verfasst von califax am Montag, 30. Juni 2008
Als Panorama ein paar Blogeinträge:
Boche spießt bei B.L.O.G. “die Sprache der Bervormundung” (sic :-) ) auf.
Statler hat keinen Bock mehr. Sehr, sehr schade. Statler und Waldorf habe ich sehr lange sehr gern gelesen. Das war das erste deutschsprachige Blog, bei dem ich Dauerleser wurde. Angefangen hatte ich mit amerikanischen Blogs während des letzten Irakkriegs. Statler und Waldorf und Zettels Raum waren für mich sehr schnell die beiden Eckpfeiler der deutschen politischen Blogosphäre. Man musste bei weitem nicht immer zustimmen. Oft war ich völlig anderer Meinung. Aber es lohnte sich immer, die Beiträge zu lesen. Jetzt bleibt nur noch Zettel. Aber vielleicht kommt Statler ja irgendwann zurück. Oder es findet sich ein Nachfolger. Ein bisschen mehr politisches Denken als es für das Nachplappern von Parteipropaganda nötig ist, täte nicht nur Kleinbloggerdorf gut. Eine Atmosphäre des Nachdenkens, der Wirklichkeitsnähe und der höflichen Debatte ist die Basis jeder guten Politik, egal von welcher Partei sie jeweils ausgeht.
Silvana Koch-Mehrin spießt Seehofer auf: Seehofer will die Bananenkrümmung.
Zettel meckert über linke Spießer.
Zettel sagte
Stimmt, lieber Califax, der Titel meines aktuellen Artikels paßte nur halb, oder nur zu einem Viertel, zum Inhalt. Habe ihn ergänzt, den Titel.
Danke!
Herzlich, Zettel
califax sagte
Ich muss sagen, daß mir die Sache mit der Mittelmeerunion nicht so richtig schmeckt. Ich befürchte, daß wir da in einen Alptraum geraten könnten: Deutschland in der Mühle zwischen Frankreich und den USA.
Es kann natürlich auch gutgehen und die EU und uns voranbringen.
Ich weiß es nicht.
Zettel sagte
Ich sehe das ähnlich, lieber Califax.
Es ist halt ein sehr geschickter Schachzug von Sarkozy. Diente es nur der französischen Hegemonie in der EU, dann wären alle dagegen. Aber es soll uns ja zugleich alle gegen den Islamismus nützen. Und es ist vielleicht das einzige Mittel gegen einen Beitritt der Türkei zur EU. Deshalb findet Sarkozy auch Unterstützung.
Hinzu kommt, daß der Maghreb von stärkerer französischer Hilfe sehr profitieren könnte; daß Libyen aus seiner immer noch nicht überwundenen Isolierung herauskommen könnte. Dort findet er folglich viel Widerhall.
Daß der Einfluß der USA in der Mittelmeeregion geschwächt werden würde, entspricht den Zielen der französischen Politik nicht erst seit de Gaulle; das geht zurück bis zum Indochinakrieg. Sarkozy ist zwar amerikafreundlicher als alle seine Vorgänger seit Giscard d’Estaing; aber das muß man eben in Relation sehen. ;-)
Herzlich, Zettel
califax sagte
Ehrlich gesagt, bekomme ich immer mehr das allerdings sehr schwammige Gefühl, daß Deutschland seinen Weg vielleicht lieber bei einer Annäherung an die osteuropäischen Wachstumskandidaten suchen sollte, als beim französischen Ehrgeiz.
Zum einen ist es vermutlich nicht sehr geschickt, sich als von Exporten und Auslandsinvestitionen sehr stark abhängiges Land die französische Methode des Wirtschaftsnationalismus aufstülpen zu lassen.
Hier bestehen ja auch echte strategische Konflikte wie beispielsweise in der Automobilindustrie. Wir hätten auf jeden Fall die Nachteile zu tragen, aber welche Vorteile hätten wir davon?
Und die Nachteile des französischen Wirtschaftens sind heftig. Wann haben Sie in den letzten 12 Monaten ein französisches Industrie- oder Softwareprodukt gekauft?
Ich habe hier immerhin ein Handy – zwei Jahre alt. Auf dem Grabbeltisch als Ladenhüter gekauft. Das Aushängeschild französischer IT ist immer noch Minitel. Ein verheerender Ruf also.
Zum anderen die Sicherheitspolitik. Deutsche Soldaten zur Sicherung von zwielichtigen Gestalten deren einziger Pluspunkt die Abhängigkeit von Frankreich ist… Ich sag da nur Kongo. Das ist äußerst heikel.
Ich höre jetzt aber mal lieber auf. Ich glaube, wir sollten die Sache mal im kleinen Zimmer besprechen. Ein Forum ist besser als die Kommentarfunktion.