The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Jetzt wird’s ein wenig lustig…

Verfasst von califax am Mittwoch, 14. Mai 2008

…denn die neue SED hat demnächst Parteitag. Außerdem hat der Verfassungsschutz herausgefunden, daß diese Sammlungsbewegung ehemaliger DDR-Herrscher und westdeutscher Schreibtischrevoluzzer von Kommunisten unterwandert ist. Das kann nur lustig werden. Schon der Vorwurf, eine marxistische Partei sei kommunistisch unterwandert, ist eine Perle. Aber viel schöner ist das Wunschdenken bei eigentlich sympathisierenden, jetzt aber doch irgendwie abgeschreckten Journalisten:

In der Niederlausitz kann sich dann zeigen, ob Leute wie Oskar Lafontaine die Kraft aufbringen, sich von den Extremen in der Partei zu distanzieren. Wenn die Linke eine durch und durch demokratische Partei sein will, dann muss sie den Extremisten in ihren Reihen sagen, dass sie nicht erwünscht sind.

(Quelle: “Oskars Extremistentruppe” in der Sueddeutschen.)

Erstens ist der liebe Oskar selbst einer dieser Extremisten geworden, was spätestens dann auch jedem Guevaradeppen hätte klarwerden müssen, als er islamistische Terroristen und Terrorherrscher wegen ihrer vormittelalterlichen Vorstellungen von Recht und Gesetz zu Verbündeten erklärte. Zu Verbündeten gegen was? Na, gegen das Nehmen von Zinsen, die fiskalische Grundlage jeder modernen Gesellschaft. Und nicht ganz so deutlich natürlich auch gegen den westlichen Rechtsstaat mit seiner Demokratie und seinem Wohlstand.

Und zweitens ist es natürlich ebenso nett wie wirkungslos, wenn sie (Also wohl die westdeutschen Extremisten mit ihren zerfledderten Maobibeln und Guevarapostern?) den Extremisten sagen, sie seien unerwünscht. Dann sind die nämlich ganz ganz traurig und lösen sich in Luft auf. So denkt man sich das doch, oder? Dann muss auch niemand auf die Idee kommen, sie wegen verfassungsfeindlicher Positionen rauszuschmeißen.

Was uns zum dritten Punkt bringt, denn dies wäre ein Schauspiel für die Götter. Die neue SED müsste sich dazu selbst auflösen. Übrig bliebe ein winziges Häuflein von Leuten, die man nach der Wende nicht in der SPD aufnehmen durfte. Eine Minderheit, die ohne ihre kommunistische Wirtspartei nicht mal mehr Kommunalwahlkämpfe bestreiten könnte.

Denn, liebe Journalisten, es sind nicht die Kommunisten, die diese Partei unterwandern. Es sind die wenigen Demokraten, die immer noch seit der Wende davon träumen, sie könnten ihre alten Genossen bekehren. Und diese Leute haben seit den 90ern jede einzelne parteiinterne Schlacht verloren.

Nachtrag: Siehe auch Wortwahl: die neue SED.

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