The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Die Bundeswehr informiert…

Verfasst von califax am Freitag, 2. Mai 2008

Die Bundeswehr hat das Internet entdeckt. Nun ja, die NATO hat ja schon mit ihrem Portal eine schöne Bauchlandung hingelegt. Nun spielt die BW also Web 2.0.

Zu aktuellen Artikeln aus der Bundeswehrwelt und Erfolgen und Themen der Spitzensportförderung der Bundeswehr stehen auf www.bundeswehr.de die beiden Kanäle „Aus der Bundeswehr“ und „Bundeswehr und Spitzensport“ zur Verfügung.

Na, da erwartet man ja direkt echte Information statt dümmlicher Propaganda, ne? Aber es gibt noch einen Feed:

Auf der Seite des Bundesministeriums der Verteidigung www.bmvg.de werden hauptsächlich für die Medien die zusätzlichen Kanäle „Artikel“ und „Pressemitteilungen und Artikel“ zum Abonnement angeboten.

Ah, amtliche Presseerklärungen aus einem Ministerium, das von Jung geführt wird. Sehr informativ.

Was erfährt man denn so? Soldaten liefern Lebensmittel. Das sollten eigentlich Händler oder zivile Helfer tun. Die Soldaten sind dort, um Helfer und Händler vor Überfällen und Terroranschlägen zu schützen. Vor Somalia gibt es Piraten, und die Presse hat es bemerkt. Ohne die BW hätte ich das sicher nie mitbekommen. Die BW macht einen Girls Day. Oh toll. Nett. Und dann gibt es noch Nachrichten aus dem Leistungssport. Und einen fehlgeschlagenen Anschlag bei Kunduz.

Ich hätte da mal eine Frage: Was ist eigentlich in Afghanistan los? Da gab es eine Offensive in Helmand, die angeblich etliche Hundert Taliban ausgeschaltet hat. Da gab es gerade erst einen politisch brisanten Anschlag auf Karzai, woraufhin eine Terrorgruppe zerschlagen wurde. Da wurde vor kurzem auch ein Terrorführer ausgeschaltet. Da wurde bekannt, daß die afghanische Polizei offenbar ein Problem mit Drogenmißbrauch hat. Da gibt es wahnsinnig viele Nachrichten aus Afghanistan. Ist es nicht seltsam, daß die Bundeswehr scheinbar überhaupt nichts davon weiß? Die Internetpräsenz der BW ist Geldverschwendung. Man sollte von dem Geld lieber die Truppen vor Ort mit praxistauglichen Schutzwesten ausstatten, anstatt davon zu träumen, man könnte die Öffentlichkeit mit Nichtigkeiten abspeisen.

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