Staatsverschuldung und St. Nimmerlein
Verfasst von califax am Freitag, 11. April 2008
Aus irgendeinem Grund glauben viele Deutsche, man könne die Golddukaten einfach aus dem Esel pumpen. Unternehmer zahlen ihre Rechnungen nicht aus den Einnahmen sondern pflücken sie vom Baum, der Staat kann ausgeben, was er nicht einnimmt, und die Staatsverschuldung wird an St. Nimmerlein bezahlt.
Nur hat St. Nimmerlein ein zwar noch unbekanntes aber dennoch sehr konkretes Datum. Irgendwann muss zurückgezahlt werden. Und je später desto teurer und brutaler wird der Zahltag. Ein sehr lesenswerter Kommentar von Dr. Wolfram Weimer (Gastautor) auf der Achse des Guten:
[...] Nicht einmal mit gewaltigen Steuererhöhungen und einer boomenden Wirtschaft im Rücken gelingt es unserer Bundesregierung, auch nur ausgeglichene Haushalte vorzulegen. Nun lassen sich ordnungspolitische Sünden von verfehlten Gesundheitsreformen bis Mindestlohnwirrnissen wieder korrigieren – die Staatsverschuldung aber nicht. Sie lässt sich nicht wegreformieren. Sie muss schlichtweg bezahlt werden. Und langsam beschleicht einen die Frage: Was passiert eigentlich mit Deutschland in der nächsten Rezession? Zumal schon wieder 5000 Euro Schulden gemacht wurden.
Wenn der Schuldenabbau aber nicht einmal der Zwei-Drittel-Mehrheitsregierung im Aufschwung gelingt, dann gelingt er der Politik in geordneten Bahnen wohl gar nicht mehr. Wer jedoch den Staat als eine Kuh betrachtet, die auf Erden gemolken, aber im Himmel gefüttert wird, der wird diese Kuh schlachten. Aller historischen Erfahrung nach drohen Kriege, Enteignungen oder Kapitalschnitte, wenn es nicht gelingt, die fiskalische Amokfahrt der Republik zu beenden. Deren Schuldenstand ist übrigens soeben um neue 5000 Euro größer geworden.
[...]
So weit die Diagnose für die über Sechzigjährigen. Für die Jüngeren aber kommt irgendwann etwas ganz anderes als nur schleichende Erlahmung. Es kommt der Zahltag. Denn sie müssen wissen: Diese Staatsverschuldung ist eine vorweggenommene Massenenteignung. Inklusive der 474 Euro dieser Sekunde, 474 Euro der nächsten und 474 Euro der übernächsten…
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