Lesetip: Iraq, Öl, US-Präsidentschaftswahlen
Verfasst von califax am Mittwoch, 9. April 2008
Denn das Öl des Irak war unter Saddam ebenso auf dem Weltmarkt zu dessen Preisen zu haben, wie das heute unter der Regierung Maliki der Fall ist. Daß Saddam, der auf die Öleinkünfte dringend angewiesen war, sich weigern würde, es zu verkaufen, war damals ebenso abwegig, wie daß Hugo Chávez das heute tun würde.
Die Vorstellung, daß Kriege mit dem Ziel der “Kontrolle über Ölfelder” geführt werden, stammt aus dem Zwanzigsten Jahrhundert und paßt ins Zeitalter der Globalisierung ungefähr so gut wie der Glaube, der Reichtum einer Volkswirtschaft hänge davon ab, wieviel Ackerland der betreffende Staat hat.
Die Kandidaten der Demokratischen Partei haben es mit dem Wahlkampf- Thema Irak schwer, seit sich abzeichnet, daß dort eine vernünftige Chance für einen Erfolg besteht und es also unverantwortlich wäre, jetzt abzuziehen. Was noch vor einem halben Jahr einen Sieg bei den Wahlen nachgerade sicherzustellen schien, das Versprechen eines alsbaldigen Abzugs aus dem Irak, hängt jetzt wie ein Klotz an beiden, Obama ebenso wie Clinton.
Nun sieht es so aus, als hätten die Demokraten einen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden: Sie werden vermutlich den amerikanischen Steuerzahler am Geldbeutel packen. Und ihm etwas Empörendes nahezubringen versuchen:
Während er, der Steuerzahler, sein schwer erarbeitetes Geld für die Irakis opfert, schwelgen diese in Öldollars.
Quelle: Zettels Raum - Warum das Öl des Irak im US-Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen könnte