The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Gummizellenpolitik

Verfasst von califax am Montag, 7. April 2008

Vibrationsschutz-Arbeitsschutzverordnung“ soll die Arbeitnehmer vor zu starken Erschütterungen, beispielsweise beim Bohren, schützen. Ziel ist, der „Weißfingerkrankheit“ vorzubeugen – sie kann allerdings auch durch Kälte ausgelöst werden und ist 2004 nur zweimal aufgetreten. Trotzdem müssen die rund 90.000 deutschen Bauunternehmen laut Verordnung nicht nur Gefährdungsbeurteilungen durchführen, sondern auch für jeden Mitarbeiter umfangreiche „Vibrationskonten“ führen, auf denen die individuellen Vibrationsmessdaten festgehalten werden. Ob die Beteiligten wirklich verstehen, wie viele Vibrationen beim Bohren zulässig sind, darf jedoch bezweifelt werden: „Die Bewertung des Ausmaßes der Exposition für Hand-Arm-Vibrationen erfolgt nach dem Stand der Technik anhand der Berechnung des auf einen Bezugszeitraum von acht Stunden normierten Tagesexpositionswertes A(8); dieser wird ausgedrückt als die Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate (Gesamtwert) der Effektivwerte der frequenzbewerteten Beschleunigung in den drei orthogonalen Richtungen a (tief)hwx, a (tief)why, a (tief)hwz.“

Quelle: Welt – Warum Marmelade jetzt Konfitüre heißen muss.

Ich hätte da einen absolut wichtigen und völlig durchdachten Vorschlag:

Ich bin der Meinung, daß jeder Bürger eine Akte über Kopferschütterungen führen sollte, da eine zu hohe Exposition gegenüber Stößen oder Schlägen am Kopf zu irreparablen Schäden am Hirn führen kann. Eine zu starke Überschreitung des gesunden Maßes kann sogar Knochen und Knorpel beschädigen. Man kennt dies ja von Boxern, Unfallopfern, Gewaltopfern mit Äxten, Messern oder Pistolenkugeln im Kopf etc. Es wäre deshalb sinnvoll, wenn jeder Bürger unter hoheitlicher Aufsicht alle anfallenden Kopferschütterungen in eine Liste mit einer Stärkeskala notieren müsste. So könnte dann exakt errechnet werden, ob der Bürger einen dringend zu schaffenden möglichst niedrigen Grenzwert an Erschütterungen überschreitet, und mittels Verbringung in eine betreute Lebenssituation unter erhöhten Schutzbedingungen (z.B. gepolsterte Wände, keine Möbel, Schutzjacke, Beißholz, Helm) entgegengewirkt werden.

Dann wären wir endlich alle sicher! Wenigstens vor dem Boxersyndrom

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