The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Entstehung einer Mafia - Machtanspruch

Verfasst von califax am Mittwoch, 2. April 2008

Eine Mafia kann auf verschiedene Arten entstehen. Als Ausleger von Korruption, Vetternwirtschaft und Wirtschaftskriminalität wie häufig in bzw. nach Diktaturen, als Nachfolger ländlicher Eigenheiten, wie bei der italienischen Mafia, oder durch den Aufstieg brutaler Straßengangs. Letzteres scheint gerade in Leipzig zu passieren.

Interessant sind manche Reaktionen: Da meldet man einen Türsteherkrieg. Man meldet einen Rassenkonflikt zwischen rechten Türstehercliquen und ausgestoßenen Immigranten, etc.. Es stimmt, daß die Türsteherszene mehrheitlich Leute mit konservativer bis rechter Gesinnung anzieht. Es stimmt auch, daß man als Nachtschwärmer nicht so richtig kapiert, nach welchen Kriterien jemand eingelassen oder abgewiesen wird. Oft gibt es da auch fremdenfeindliche oder rassistische Vorfälle. Aber daraus lässt sich beim besten Willen nicht ableiten, Türsteher sollten gefälligst stadtbekannte Drogendealer und Schläger mit Hausverbot einlassen. Und genau darum geht es aber.

In Leipzig hat sich eine Gang von Berufsverbrechern gebildet, die mit knallharter Gewalt die Kontrolle über das Leipziger Nachtleben anstreben. Dahinter stehe handfeste geschäftliche Interessen. Es geht vor allem darum, in den Diskotheken, Bars und Kneipen ein Gewaltmonopol zu errichten. Damit verbunden ist nicht nur die Möglichkeit, Drogen konkurrenzlos und direkt im Laden anzubieten sondern gleich eine ganze Palette weiterer Geschäftsmöglichkeiten von der Schutzgelderpressung bis zur Geldwäsche.

Nach den “Türsteherkrawallen”, in Wirklichkeit war es der Versuch einer kriminellen Straßengang, gewaltsam eine Disko zu stürmen, drängt die Bande jetzt mit Macht vorwärts. Niederlagen verträgt man nicht. Die Trainingshalle der Sicherheitsfirmen wurde als Drohung abgefackelt. Jetzt kommt eine Welle von Morddrohungen, es wird trainiert, es werden Waffen angeschafft.

Wenn das sächsische Innenministerium seine Vogel-Strauß-Strategie gegenüber der organisierten Kriminalität fortsetzt, wird man bald ganz andere Probleme haben, als nur ein paar erpressbare Politiker, Richter und Polizisten wegen eines Puffs. Diesmal geht es um die Kontrolle des kompletten Nachtlebens und um den angestrebten Aufstieg einer Gang von Drogenhändlern zur bewaffneten lokalen Ordnungsmacht.

Man sollte diesen LVZ-Artikel zumindest gelesen haben.

(Siehe auch Entstehung einer Mafia - Phase 1)

Nachtrag:

Bereits seit mehr als zehn Monaten, so berichten die Security-Chefs, führen bewaffnete Ausländer einen Feldzug gegen Mitarbeiter beider Firmen. Die Türsteher wachen an nahezu allen Diskotheken der Innenstadt. Es sind namhafte Clubs und Partylokale mit großem Publikum. „Und es sind im Grunde sämtliche Läden von diesen Auseinandersetzungen betroffen“, so einer der Firmenchefs. „Es geht eigentlich nur um fünf Leute zwischen 17 und 24 Jahren, die für alle Innenstadt-Diskos Hausverbot haben, weil sie grundlos Gäste zusammengeschlagen und unsere Mitarbeiter bedroht haben.“ Doch diese jungen Männer – laut Polizei einschlägig bekannte Türken, Iraner und Libanesen – rücken immer wieder an. Und das mit massiver Verstärkung: „Die haben schon mit scharfen Waffen aus ihren Autos auf uns gezielt. Da sind dann auch Armenier, Kurden und Araber dabei“, sagt der Geschäftsführer von Black Rainbow. „Die kommen aus halb Deutschland hierher und brüllen: Uns gehört die Stadt“, hat sein Kollege von L.E. Security beobachtet.

(Quelle: LVZ)

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