The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Die SPD in ihrem Lauf…

Verfasst von califax am Mittwoch, 26. März 2008

…hält weder Ochs noch Esel auf. Die Laufbahn ist seit Jahrzehnten bekannt, und man kann sie überall auf der Welt bewundern. Es ist die klassische Wurfparabel des Marxismus. Ein Drehbuch, das ein bisschen wie Road Runner und Cojote wirkt. Oder wie Hase und Wolf in der russischen Version. Nu Sajez, nu pogody! Möpmöp – rumms!

Welt-Online titelt “SPD in keinem Bundesland mehr stärkste Partei” und bezieht sich dabei auf eine FORSA-Umfrage. Hat’s irgend jemand anders erwartet? Irgendjemand außerhalb der SPD-Linken, meine ich damit…

Es gibt keinen demokratischen Sozialismus. Wer den Sozialismus vor dem Zangengriff aus Abwanderung und Opposition bewahren will, muss die Demokratie zerschlagen und eine Diktatur errichten. Denn ausgerechnet die, auf die eine moderne Gesellschaft am wenigsten verzichten kann – Akademiker, Erfinder, Techniker, Unternehmer, Künstler – haben im Kapitalismus die besseren Arbeitsbedingungen, die größeren Chancen, die besseren Lebensumstände und die geringsten staatlichen Hindernisse. Sie gehen als erstes. Und sie nehmen möglichst viel von ihrem Kapital – Können, Geld und Maschinen – mit ins Ausland. Das Land blutet aus. Die, die bleiben, finden sich schnell in der Opposition wieder. In einem demokratischen Rechtsstaat hat Sozialismus keine Zukunft. In einem sozialistischen Staat haben Demokratie und Recht keine Zukunft.spd-wiesbaden-kindergarten-106421087_a1ed791193.jpg

Und was soll daran so aufsehenerregend neu sein? Die Anzahl der Idioten, die an einen demokratischen Sozialismus glauben, dürfte immer noch im einstelligen Prozentbereich liegen. Die sozialdemokratischen Realisten, die traditionell darauf vertrauten, daß kein Mensch mit auch nur einem Funken Restverstand je auf die Idee käme, ein SPD-Parteitagsprogramm umzusetzen, werden vom Schwenk zur sozialistischen Einheitspartei abgestoßen. Aber wer wirklich den Sozialismus will, ist bei den Extremisten der neuen SED sehr viel besser aufgehoben. Dort sitzen einfach die zäheren Marxisten, die härteren Kader, die radikaleren Revoluzzer. Und mit den Spießern der alten DDR-Führung werden auch noch die überwiegend linkskonservativen Ostrentner an die Urne geholt. Da kann die SPD nicht mal im Traum mithalten. Sie kann nur den Kern des SED-Programms -den Sozialismus und das breite Bündnis von Terrorgruppen über kommunistische Sekten bis zu traditionellen Stalinisten und Nationalisten – verharmlosen und als erfolgreiche Regierungspartei etablieren.

So schickt man den einen Teil der eigenen Wähler zur Konkurrenz, während man den Rest von der Urne fernhält. Was da noch übrigbleibt, greift genervt zur Fernbedienung, sobald Beck auf der Mattscheibe erscheint. Quo Vadis SPD?

(Bild:Kinder(garten) zum Nulltarif” von dr.zaro@flickr, some rights reserved.)

Siehe auch:

 

Nachtrag: Sozialdemokraten: Wohin treibt die SPD?

Nachtrag No 2: Und weil’s doch textlich so gut zur gegenwärtigen SPD passt:

Nachtrag No 3: Kurt Beck – ein Dilettant ruiniert seine Partei

Nachtrag No 4: Clement – Die Lage der Sozialdemokratie ist bitterernst.

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