The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

Der Mythos Verhandlungen

Verfasst von califax am Freitag, 7. März 2008

Gerade hat auf dem BR ein Sprecher von Pro-Bahn festgestellt, sowohl GDL als auch Bahn müssten jetzt Konzessionen machen, um den Konflikt zu beenden. Fein gesagt. Aber können sie es denn überhaupt?

Die Bahn muss die GDL loswerden, da die Gewerkschaften ihren Konkurrenzkampf nur durch Streiks austragen können, und die GDL ihre Klienten nunmal recht aggressiv vertritt. Deshalb weigert sie sich, den Tarifvertrag zu unterschreiben, solange sich die GDL nicht in einem weiteren Vertrag den Konkurrenzgewerkschaften unterwirft und den Anspruch aufgibt, auch die Lokführer von Tochtergesellschaften der Bahn zu vertreten. Genau das wäre aber der organisatorische Selbstmord der GDL.

Und wo genau sollte hier nun der Kompromiß liegen? Es gibt keinen. Natürlich wird man irgendwann einen rhetorischen Spaghettiteller anrühren, der es beiden Seiten erlaubt, wenigstens so zu tun, als hätte es eine Lösung bzw. einen Kompromiß gegeben.

Aber entweder gibt es hier eine Lösung oder einen Kompromiß.

eisenbahn-piqs009-web.jpgFoto: D Petre, „Zug Morgens“
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Wir glauben viel zu oft, man könne jeden Konflikt durch Verhandlungen lösen. Man müsse nur brav nachgeben und vom “Konfliktpartner” (schönes Wort!) dasselbe erwarten. Aber manche, sogar sehr viele, Konflikte haben eben keine “Partner” sondern Gegner. Und oft stehen diese von ihrer ureigensten Natur her oder durch eine vorhergehende Geschichte von Zugeständnissen und Kompromissen an dem finalen Punkt, an dem sie keine relevante Verhandlungsmasse mehr haben, die sie dem Gegenüber anbieten könnten.

(Siehe auch: Nachtrag zum GDL-Streik und Aussterbende Berufe und der Kampf ums Geld)

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