The Outside of the Asylum

Wer wird uns vor denen schützen, die wir zu unserem Schutz rufen?

The Outside of the Asylum…

Verfasst von califax am Donnerstag, 6. März 2008

…so nennt Wonko the Sane im Hitchhiker’s Guide to the Galaxy sein Haus. Das Interiör befindet sich außen, die Türklingel innen. So hat er es geschafft, all die Irren dieser Welt in eine Anstalt zu sperren und selbst “draussen” zu bleiben. Ursprünglich sollte dieses Blog Abulafia heißen, aber dieser Name passt auch. Denn es wird, wenn ich überhaupt regelmäßig bei diesem Spielzeug bleibe, immer wieder um den ganz normalen Irrsinn dieser Welt gehen: Political Correctness, religiöse Hybris, Appeasement, Wirklichkeitsverweigerung, Idiotenschutz, Paranoia und Gummizellenpolitik.

Was ist Gummizellenpolitik?

Vor einiger Zeit bemerkten einige deutsche Politiker, daß in Action-Videos mit Nunchakus, Butterflymessern und Shuriken gekämpft wurde. Die Schlußfolgerung: Auf den Straßen herrscht Ninjakrieg! Prompt wurden alle möglichen Messer und Wurfsterne verboten.

Etwas später ging durch die Presse, daß ein paar Kriminelle unter den Augen des Ordnungsamtes gegen jedes Verbot ihre Hunde auf Menschen scharf machten. Es kam zu Toten, weil Ordnungsamt und Polizei die Gesetze ignorierten. Ganze Hunderassen wurden daraufhin verboten. Die Kriminellen machen weiter wie bisher. Verantwortungsbewusste Hundehaltung wird zum untragbaren Risiko für die Allgemeinheit hochstilisiert.
Gerade eben wurden sogenannte Einhandmesser verboten. Dafür gibt es zwar keinen Anlass in der Kriminalitätsstatistik, aber sicher ist sicher.

Demnächst sollen dann wohl Computerspiele verboten werden, in denen man als Spieler “kämpft”. Sicher ist sicher.

Wie hoch ist eigentlich das Risiko an Feinstaub zu sterben? Hat es die Gefahren von Blitzschlag und Tretrollerunfall schon erreicht? Egal - sicher ist sicher.

Wir leben in einer Gesellschaft, die zunehmend weltfremd wird. Wir träumen uns in eine Bambi-Pumuckl-Kuschelwelt hinein. Wir verwandeln unsere Gesellschaft in eine Gummizelle, in der uns wohlmeinende staatlich bestellte Aufpasser alle Gegenstände wegnehmen, die irgendein Bekloppter in der Anstalt als angsterregend empfindet.

Empfinden ist sowieso das Stichwort unserer Zeit. Es geht nur noch um empfundene Gerechtigkeit, empfundene Armut, empfundene Benachteiligung, empfundene Bedrohungen, empfundene Fortschritte, empfundene Wahlsiege. Empfindlichkeiten haben Logik und Verstand ersetzt. Wer rational argumentiert, wird wegen empfundener Grausamkeit ins empfundene Abseits gestellt.

Und da draussen, in Deutschland, in Europa, auf der ganzen Welt, warten die, die auf den Trümmern unserer Kultur und Freiheit ein Kalifat errichten wollen, die eine globale Herrschaft des extremistischen vormittelalterlichen Islamismus nach Art des Talibanregimes anstreben. Und natürlich sind sie die empfundenen Opfer eines blutigen Terrorkrieges der von vielen als Schauspiel einer empfundenen Weltverschwörung empfunden wird

Wir schließen uns selbst in einer Gummizelle ein und befehlen unseren Beamten den Schlüssel wegzuwerfen. Wir haben alle überhaupt nichts zu verbergen und haben Angst vor dem Feinstaub aus Holzöfen. Wir bekämpfen die unter uns, die sich nicht jedem dahergelaufenen Prediger unterwerfen wollen, und füttern die, die uns im Namen des Propheten töten und versklaven wollen, mit Geld, Waffen und politischer Solidarität.

Manchmal ist es zum Schreien komisch, oft ist es einfach nur traurig. Wir leisten uns eine ziemlich potente Mischung aus Naivität und Selbstverleugnung, die als schleichendes Gift unsere Freiheit, unseren Wohlstand und unsere Kultur zerstört.

Viel Spaß in der Gummizelle! ;)

Nachtrag: Soundtrack gefällig? (Der Text passt so schön)

Nachtrag No 2: Hier ist der Text (nicht selbst abgetippt, sondern von Wikipedia geholt).

Through early morning fog I see
visions of the things to be
the pains that are withheld for me
I realise and I can see…
[REFRAIN]:
that suicide is painless
It brings on many changes
and I can take or leave it if I please.
I try to find a way to make
all our little joys relate
without that ever-present hate
but now I know that it’s too late, and…
[REFRAIN]
The game of life is hard to play
I’m gonna lose it anyway
The losing card I’ll someday lay
so this is all I have to say.
[REFRAIN]
The only way to win is cheat
And lay it down before I’m beat
and to another give my seat
for that’s the only painless feat.
[REFRAIN]
The sword of time will pierce our skins
It doesn’t hurt when it begins
But as it works its way on in
The pain grows stronger…watch it grin, but…
[REFRAIN]
A brave man once requested me
to answer questions that are key
is it to be or not to be
and I replied: “Oh, why ask me?”
‘Cause suicide is painless
it brings on many changes
and I can take or leave it if I please.
…and you can do the same thing if you please.

5 Antworten zu “The Outside of the Asylum…”

  1. zuppi sagt:

    hallo califax,
    da werde ich demnächst aber auch öfters in dierser gummizelle vorbeischauen.
    ein welcome zum neuen angebot in kleinbloggersdorf ;)

  2. califax sagt:

    Herzlich Willkommen. Ich hoffe, es wird interessant, auch wenn es eigentlich erstmal ein Experiment ist. Schaumermal!

  3. pointzero sagt:

    Hi und Herzlich Willkommen, wobei es eigentlich kurios ist jemanden der länger als man selbst dabei ist, zu begrüßen. Ich mag kritische Menschen. Dieser Artikel ist das erste, was ich von dir gelesen habe und es gefällt mir sehr gut. Wobei ich finde, dass man bei Empfinden auch die Illusion erwähnen sollte, in der unsere Gesellschaft lebt, bzw. in die sie gedrängt wird (amerikanische Traum, usw.) Würde mich freuen, wenn du auch ab und zu auf meinem Blog vorbeischaust, allerdings ist bis jetzt noch nicht viel da.

    Auf baldiges Wiederschreiben in der Gummizelle ;)

  4. califax sagt:

    Herzlich Willkommen. :)
    Dein “Blog” ist dieses Filmforum?

  5. pointzero sagt:

    Oh aus Gewohnheit falsch eingeben, nein mein Blog ist -> http://querdenk.wordpress.com/
    ög

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